posthum
Posthum bedeutet nach dem Tod der betreffenden Person erfolgend. Die gleichbedeutende Schreibweise postum ist ebenfalls gebräuchlich.
Was bedeutet posthum?
Posthum beschreibt häufig eine Veröffentlichung, Auszeichnung oder Würdigung nach dem Tod einer Person. Ein posthum erschienenes Buch wird erst veröffentlicht, nachdem sein Verfasser oder seine Verfasserin gestorben ist. Das heißt nicht, dass der Text erst nach dem Tod entstanden wäre.
Die zeitliche Beziehung muss klar sein. Bei einem Werk geht es gewöhnlich um den Tod der schreibenden Person, bei einer Ehrung um die ausgezeichnete Person. Das Adjektiv nennt weder die genaue Zeitspanne noch den Grund, weshalb die Veröffentlichung oder Anerkennung erst später erfolgt.
Posthum und postum sind keine Wörter mit verschiedenen Bedeutungen. Es handelt sich um zwei Schreibweisen. In einem zusammenhängenden Text ist es sinnvoll, sich für eine Form zu entscheiden und diese einheitlich zu verwenden.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Der Roman erscheint posthum.“ Die Veröffentlichung erfolgt nach dem Tod der schreibenden Person.
- „Die Ehrung wird der Forscherin postum verliehen.“ Die Forscherin erlebt die Auszeichnung nicht mehr.
- „Die Ausgabe enthält posthum veröffentlichte Notizen.“ Entstehung und Veröffentlichung der Notizen können zeitlich auseinanderliegen.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Postmortal bedeutet ebenfalls nach dem Tod, begegnet jedoch besonders in medizinischen und biologischen Zusammenhängen. Bei literarischen Veröffentlichungen ist posthum beziehungsweise postum die geläufige Wahl.
Nachträglich ist allgemeiner: Eine nachträgliche Ergänzung oder Ehrung kann zu Lebzeiten erfolgen. Das Wort enthält nicht notwendig den Bezug auf einen Tod.
Schreibweise und Grammatik
Beide Schreibweisen sind möglich: posthum mit h und postum ohne h. Entsprechend lauten die Formen eine posthume Ausgabe und eine postume Ausgabe. Die Tabellen zeigen beide Varianten.
Steigerung
Die zeitliche Einordnung wird nicht gesteigert. Eine Veröffentlichung kann früher oder später nach dem Tod erfolgen, aber nicht in einem höheren Grad posthum sein.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | posthumer | posthume | posthumes | posthume |
| Genitiv | posthumen | posthumer | posthumen | posthumer |
| Dativ | posthumem | posthumer | posthumem | posthumen |
| Akkusativ | posthumen | posthume | posthumes | posthume |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | posthume | posthume | posthume | posthumen |
| Genitiv | posthumen | posthumen | posthumen | posthumen |
| Dativ | posthumen | posthumen | posthumen | posthumen |
| Akkusativ | posthumen | posthume | posthume | posthumen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | posthumer | posthume | posthumes | posthumen |
| Genitiv | posthumen | posthumen | posthumen | posthumen |
| Dativ | posthumen | posthumen | posthumen | posthumen |
| Akkusativ | posthumen | posthume | posthumes | posthumen |
Beugung der Schreibvariante postum
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | postumer | postume | postumes | postume |
| Genitiv | postumen | postumer | postumen | postumer |
| Dativ | postumem | postumer | postumem | postumen |
| Akkusativ | postumen | postume | postumes | postume |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | postume | postume | postume | postumen |
| Genitiv | postumen | postumen | postumen | postumen |
| Dativ | postumen | postumen | postumen | postumen |
| Akkusativ | postumen | postume | postume | postumen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | postumer | postume | postumes | postumen |
| Genitiv | postumen | postumen | postumen | postumen |
| Dativ | postumen | postumen | postumen | postumen |
| Akkusativ | postumen | postume | postumes | postumen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Literaturaufgabe schreibt eine Autorin zu Lebzeiten einen Roman, der unveröffentlicht bleibt. Erst nach ihrem Tod wird der Text als Buch herausgegeben.
Das Werk erscheint posthum. Die Aussage betrifft den Zeitpunkt der Veröffentlichung und darf nicht mit dem Zeitpunkt des Schreibens verwechselt werden.
Die Formulierung erklärt noch nicht, ob die Ausgabe dem letzten Willen der Autorin entspricht oder ob der Text bearbeitet wurde. Für solche Aussagen braucht man zusätzliche Informationen über Überlieferung und Herausgabe.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
