schau

Schau bedeutet als heute veraltetes regionales Modewort toll, schick oder außerordentlich gut.

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Was bedeutet schau?

Das Adjektiv schau gehört zu einem älteren jugendsprachlichen beziehungsweise berlinischen Gebrauch. Es drückt eine positive Bewertung aus. Ein schauer Einfall ist in dieser Verwendung ein toller oder bemerkenswerter Einfall.

Die Form darf nicht mit dem viel geläufigeren Imperativ Schau! verwechselt werden. In Schau aus dem Fenster! fordert jemand zum Sehen auf. In Das ist schau wird dagegen eine Eigenschaft zugeschrieben.

Für heutige neutrale Texte ist das Adjektiv ungewöhnlich. In einer historischen oder bewusst stilisierten Figurenrede kann es einen älteren lockeren Sprachton vermitteln. Die Verwendung allein beweist aber weder ein genaues Entstehungsjahr noch die Herkunft einer Person.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die erfundene Figurenrede lautet: Dein neuer Mantel ist schau.“ Schau bedeutet hier schick oder toll; der Satz ist kein historisches Zitat.
  • „Ein schauer Einfall, sagt die Figur in bewusst altertümlicher Jugendsprache.“ Die gebeugte Form bewertet den Einfall positiv.
  • „Die Schülerin erklärt das unbekannte schau mit toll.“ Die Übertragung erschließt das ältere Sprachregister.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Schick passt bei einer positiven Bewertung des Aussehens. Toll kann die allgemeinere Begeisterung wiedergeben.

Das großgeschriebene Nomen Schau bezeichnet etwa eine Ausstellung oder Vorführung. Das Verb schauen und dessen Form schau sind ebenfalls grammatisch andere Verwendungen derselben Buchstabenfolge.

Schreibweise und Grammatik

Das Adjektiv wird kleingeschrieben und kann gebeugt werden: ein schauer Einfall, eine schaue Idee und mit schauem Aussehen. Diese Formen gehören zum beschriebenen älteren Register und sind keine Empfehlung für die heutige sachliche Standardsprache.

Steigerung

Die verzeichnete Reihe lautet schau – schauer – am schausten; auch am schauesten ist möglich. Schon die Grundform ist heute ungewöhnlich. In einer modernen Übertragung passen oft besser toller, schicker oder besonders gelungen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativschauerschaueschauesschaue
Genitivschauenschauerschauenschauer
Dativschauemschauerschauemschauen
Akkusativschauenschaueschauesschaue
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativschaueschaueschaueschauen
Genitivschauenschauenschauenschauen
Dativschauenschauenschauenschauen
Akkusativschauenschaueschaueschauen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativschauerschaueschauesschauen
Genitivschauenschauenschauenschauen
Dativschauenschauenschauenschauen
Akkusativschauenschaueschauesschauen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Leseübung heißt es: Der Hut ist schau. Eine Lernende versteht schau zuerst als Aufforderung. Die Gruppe prüft, welche Funktion das Wort nach ist hat.

Hier ist schau eine positive Eigenschaftsbeschreibung. Der Satz lässt sich als Der Hut ist schick wiedergeben; eine Aufforderung zum Schauen liegt nicht vor.

Die Erklärung nutzt Satzbau und Bedeutung zusammen. Sie schreibt dem erfundenen Satz keine bestimmte historische Quelle zu und kennzeichnet den Ausdruck als heute veraltet.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.