schwerlötig
Schwerlötig bedeutet in älterer Sprache gewichtig oder schwerwiegend, je nach Zusammenhang auch plump und schwerfällig.
Was bedeutet schwerlötig?
Das heute ungebräuchliche Wort begegnet vor allem bei der Lektüre älterer Texte. Eine schwerlötige Frage kann eine Frage von erheblichem Gewicht sein. Dabei ist nicht notwendig gemeint, dass sie schlecht formuliert oder unverständlich wäre.
Wird eine Person oder ihre Art schwerlötig genannt, kann eine schwerfällige, wenig rasche Reaktion im Vordergrund stehen. Die genaue Wertung ergibt sich aus dem Zusammenhang. Bei einem Werk kann das Wort dagegen dessen inhaltliche Bedeutung hervorheben.
Für heutige eigene Texte sind gewichtig, schwerwiegend oder schwerfällig meist verständlicher. Eine historisierende Figurensprache kann schwerlötig gezielt einsetzen. Das Wort sollte dann nicht ohne Erklärung als allgemein vertrauter Ausdruck vorausgesetzt werden.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die erfundene Briefschreiberin nennt die Frage schwerlötig.“ Sie hält sie in diesem Zusammenhang für zu gewichtig für eine knappe Antwort.
- „Der Erzähler beschreibt den Ratsherrn als schwerlötig.“ Hier kann dessen schwerfällige Art gemeint sein.
- „Die Besprechung würdigt ein Werk als schwerlötig.“ Im älteren Sprachgebrauch kann dies eine positive Aussage über sein Gewicht sein.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Schwerwiegend betont Bedeutung oder Folgen. Es kann eine der historischen Lesarten gut wiedergeben.
Schwerfällig betrifft mangelnde Beweglichkeit oder langsame Reaktion. Diese Bedeutung darf nicht ungeprüft auf jede Verwendung von schwerlötig übertragen werden.
Schreibweise und Grammatik
Schwerlötig schreibt man heute mit t. In älteren Quellen kann die Schreibung schwerlöthig begegnen. Gebeugt heißt es ein schwerlötiger Gedanke, eine schwerlötige Frage und mit schwerlötigen Ausführungen.
Steigerung
Für das veraltete Wort ist keine gewöhnliche heutige Steigerungsreihe gebräuchlich. Wer Unterschiede ausdrücken möchte, kann auf gewichtiger oder schwerfälliger ausweichen, passend zur gemeinten Bedeutung.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schwerlötiger | schwerlötige | schwerlötiges | schwerlötige |
| Genitiv | schwerlötigen | schwerlötiger | schwerlötigen | schwerlötiger |
| Dativ | schwerlötigem | schwerlötiger | schwerlötigem | schwerlötigen |
| Akkusativ | schwerlötigen | schwerlötige | schwerlötiges | schwerlötige |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schwerlötige | schwerlötige | schwerlötige | schwerlötigen |
| Genitiv | schwerlötigen | schwerlötigen | schwerlötigen | schwerlötigen |
| Dativ | schwerlötigen | schwerlötigen | schwerlötigen | schwerlötigen |
| Akkusativ | schwerlötigen | schwerlötige | schwerlötige | schwerlötigen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schwerlötiger | schwerlötige | schwerlötiges | schwerlötigen |
| Genitiv | schwerlötigen | schwerlötigen | schwerlötigen | schwerlötigen |
| Dativ | schwerlötigen | schwerlötigen | schwerlötigen | schwerlötigen |
| Akkusativ | schwerlötigen | schwerlötige | schwerlötiges | schwerlötigen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen historisierenden Szene bittet eine Briefschreiberin um ein persönliches Gespräch: Das Thema sei für wenige Zeilen zu schwerlötig. Eine Leserin vermutet zunächst Kritik am Thema. Der weitere Zusammenhang zeigt jedoch, dass seine Bedeutung gemeint ist.
Schwerlötig bedeutet hier zu gewichtig für die gewählte kurze Form. Die Äußerung lehnt das Thema nicht als unwichtig oder schlecht ab.
Die Erklärung entscheidet anhand des erfundenen Zusammenhangs zwischen mehreren Lesarten. Bei einem echten historischen Beleg müssen die benachbarten Aussagen ebenso mitgelesen werden.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
