standrechtlich
Standrechtlich bedeutet das Standrecht betreffend oder unter Berufung auf dessen besondere, beschleunigte Verfahren erfolgend.
Was bedeutet standrechtlich?
Das Wort begegnet besonders in historischen Darstellungen von Krieg, Aufstand und Ausnahmeherrschaft. Es verweist auf besondere Verfahren, die sich von der gewöhnlichen Rechtspflege unterscheiden.
Verbindungen wie standrechtliches Verfahren oder standrechtliche Erschießung dürfen nicht als automatische Bestätigung von Rechtmäßigkeit verstanden werden. Ob eine Maßnahme rechtmäßig war, muss unabhängig von ihrer Bezeichnung geprüft werden.
In Darstellungen der nationalsozialistischen Herrschaft gehört der Begriff insbesondere zum Zusammenhang von Verfolgung, Terror und militärischer Strafjustiz. Eine genaue Erklärung benennt deshalb Zeit, Verantwortliche und Ablauf, statt nur die damalige amtliche Bezeichnung zu übernehmen.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Darstellung untersucht ein standrechtliches Verfahren.“ Das Wort benennt zunächst die besondere Verfahrensform.
- „Der Bericht spricht von einer standrechtlichen Hinrichtung.“ Die Bezeichnung allein rechtfertigt die Tötung nicht.
- „Die Historikerin prüft, was sich hinter dem Ausdruck standrechtlich verbirgt.“ Sie unterscheidet die damalige Benennung von der tatsächlichen Praxis.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Gerichtlich bedeutet allgemein durch ein Gericht oder auf ein Gericht bezogen. Standrechtlich bezeichnet einen besonderen historischen Verfahrenszusammenhang.
Rechtmäßig ist eine rechtliche Bewertung. Sie folgt nicht bereits daraus, dass eine Maßnahme als standrechtlich bezeichnet wurde.
Schreibweise und Grammatik
Standrechtlich wird zusammengeschrieben: ein standrechtliches Verfahren, standrechtliche Maßnahmen. Das Wort wird aus Standrecht gebildet.
Steigerung
Die Zuordnung wird nicht gesteigert. Ein besonders kurzes Verfahren ist nicht deshalb standrechtlicher.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | standrechtlicher | standrechtliche | standrechtliches | standrechtliche |
| Genitiv | standrechtlichen | standrechtlicher | standrechtlichen | standrechtlicher |
| Dativ | standrechtlichem | standrechtlicher | standrechtlichem | standrechtlichen |
| Akkusativ | standrechtlichen | standrechtliche | standrechtliches | standrechtliche |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | standrechtliche | standrechtliche | standrechtliche | standrechtlichen |
| Genitiv | standrechtlichen | standrechtlichen | standrechtlichen | standrechtlichen |
| Dativ | standrechtlichen | standrechtlichen | standrechtlichen | standrechtlichen |
| Akkusativ | standrechtlichen | standrechtliche | standrechtliche | standrechtlichen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | standrechtlicher | standrechtliche | standrechtliches | standrechtlichen |
| Genitiv | standrechtlichen | standrechtlichen | standrechtlichen | standrechtlichen |
| Dativ | standrechtlichen | standrechtlichen | standrechtlichen | standrechtlichen |
| Akkusativ | standrechtlichen | standrechtliche | standrechtliches | standrechtlichen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen historischen Textanalyse übernimmt ein Schüler die Formulierung standrechtlich verurteilt aus einer fiktiven Aktennotiz. Er möchte daraus schließen, das Verfahren sei rechtmäßig gewesen.
Dieser Schluss geht zu weit: Die Bezeichnung beschreibt zunächst den beanspruchten Verfahrensrahmen. Sie ersetzt keine Untersuchung der tatsächlichen Abläufe und ihrer rechtlichen Bewertung.
Die Szene ist ein erfundenes Beispiel für Quellenkritik. Sie behauptet keinen realen Aktenfund und schreibt keiner historischen Person einen erfundenen Ausspruch zu.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
