timokratisch

Timokratisch bezeichnet eine timokratische Herrschafts- oder Verfassungsordnung. Je nach Theorie steht dabei Vermögen als Maßstab politischer Rechte oder das Streben nach Ehre im Mittelpunkt.

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Was bedeutet timokratisch?

In verfassungsgeschichtlichen Darstellungen ist häufig eine Ordnung gemeint, in der politische Beteiligung oder der Zugang zu Ämtern an Vermögensklassen gebunden ist. Gleiche politische Rechte für alle folgen daraus gerade nicht.

In Platons Lehre der Staatsformen bezeichnet Timokratie dagegen eine von Ehrgeiz und Ehrorientierung geprägte Ordnung. Diese Verwendung darf nicht stillschweigend durch die vermögensbezogene Definition ersetzt werden. Ein verständlicher Text nennt daher die Theorie beziehungsweise den historischen Gegenstand.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Verfassung wird timokratisch genannt, weil der Ämterzugang von der Vermögensklasse abhängt.“ Hier steht die vermögensabhängige Beteiligung im Vordergrund.
  • „Im Referat zu Platon wird die timokratische Ordnung über ihre Orientierung an Ehre erklärt.“ Das Wort besitzt im behandelten Modell eine andere besondere Bedeutung.
  • „Eine hohe Wahlbeteiligung macht eine Ordnung nicht automatisch timokratisch.“ Entscheidend ist das Organisationsprinzip, nicht die Zahl der abgegebenen Stimmen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Vermögensabhängig kann die erste Bedeutung verständlich erläutern. Es deckt aber nicht die besondere platonische Verwendung ab.

Staatlich nennt lediglich den Bezug zum Staat. Timokratisch beschreibt ein bestimmtes Prinzip seiner Ordnung.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt timokratisch, mit k: eine timokratische Verfassung. Das zugehörige Nomen heißt Timokratie.

Steigerung

Als Bezeichnung einer Verfassungsform wird das Wort meist nicht gesteigert. Ein Vergleich stärkerer timokratischer Elemente benötigt die Angabe, welches Prinzip damit jeweils gemeint ist.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtimokratischertimokratischetimokratischestimokratische
Genitivtimokratischentimokratischertimokratischentimokratischer
Dativtimokratischemtimokratischertimokratischemtimokratischen
Akkusativtimokratischentimokratischetimokratischestimokratische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtimokratischetimokratischetimokratischetimokratischen
Genitivtimokratischentimokratischentimokratischentimokratischen
Dativtimokratischentimokratischentimokratischentimokratischen
Akkusativtimokratischentimokratischetimokratischetimokratischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtimokratischertimokratischetimokratischestimokratischen
Genitivtimokratischentimokratischentimokratischentimokratischen
Dativtimokratischentimokratischentimokratischentimokratischen
Akkusativtimokratischentimokratischetimokratischestimokratischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Lernkarte wird Platons Timokratie ausschließlich als Herrschaft der Reichsten erklärt. Das Unterrichtsmaterial hebt jedoch Ehre und Ehrgeiz hervor.

Die Karte vermischt zwei fachliche Verwendungsweisen. Für Platons Modell muss die spezifische Ehrorientierung erläutert werden; die Vermögensdefinition gehört in einen gesonderten Zusammenhang.

Die Unterscheidung verhindert, dass ein scheinbar eindeutiges Fremdwort unterschiedliche geschichtliche Konzepte verdeckt.

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