topisch
Topisch bedeutet medizinisch örtlich beziehungsweise an einer bestimmten Stelle angewendet. In Literatur und Rhetorik kann es eine Verbindung zu einem Topos, also einem vertrauten Darstellungs- oder Argumentationsmuster, bezeichnen.
Was bedeutet topisch?
Eine topische Behandlung wird gezielt an einem begrenzten Bereich angewendet, etwa auf der Haut. Das Wort beschreibt die Art beziehungsweise den Ort der Anwendung. Es verspricht nicht automatisch, dass keinerlei Wirkung an anderer Stelle oder keine Nebenwirkung auftreten könne.
Im literarischen Gebrauch ist eine topische Darstellung durch ein wiederkehrendes Muster geprägt. Eine solche Szene kann beispielsweise auf einer konventionellen Verbindung von Alter und Weisheit beruhen. Ob der Text das Muster bestätigt, verändert oder verspottet, muss eigens untersucht werden.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Der Text beschreibt eine topische Anwendung auf der Haut.“ Der Anwendungsort steht im Vordergrund.
- „Die Autorin untersucht die topische Darstellung des weisen Alten.“ Hier ist ein wiederkehrendes literarisches Muster gemeint.
- „Eine topische Behandlung ist nicht allein aufgrund ihrer örtlichen Anwendung nebenwirkungsfrei.“ Anwendungsform und mögliche Folgen werden getrennt.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Lokal ist in der medizinischen Grundbedeutung eine verständliche Umschreibung. Die literarische Bedeutung von topisch wird dadurch jedoch nicht vollständig erklärt.
Typisch bedeutet kennzeichnend oder charakteristisch. Topisch bezieht sich im literarischen Sinn spezieller auf einen Topos.
Schreibweise und Grammatik
Die Schreibung lautet topisch, mit einfachem p: eine topische Anwendung. Auch der medizinische Gebrauch kann selbstverständlich im Plural stehen: topische Behandlungen.
Steigerung
Bei der medizinischen Anwendungsart ist eine Steigerung unüblich. Im Urteil über eine konventionelle Darstellungsweise kommen topischer und am topischsten vor; das zugrunde liegende Muster sollte dabei erklärt werden.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | topischer | topische | topisches | topische |
| Genitiv | topischen | topischer | topischen | topischer |
| Dativ | topischem | topischer | topischem | topischen |
| Akkusativ | topischen | topische | topisches | topische |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | topische | topische | topische | topischen |
| Genitiv | topischen | topischen | topischen | topischen |
| Dativ | topischen | topischen | topischen | topischen |
| Akkusativ | topischen | topische | topische | topischen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | topischer | topische | topisches | topischen |
| Genitiv | topischen | topischen | topischen | topischen |
| Dativ | topischen | topischen | topischen | topischen |
| Akkusativ | topischen | topische | topisches | topischen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Analyse wird ein alter Ratgeber allein wegen seines Alters als weise beschrieben. Die Figur erfüllt erkennbar ein vertrautes Erzählmuster, das im Text zunächst nicht hinterfragt wird.
Die Darstellung lässt sich in diesem Zusammenhang als topisch, also an einem überlieferten Muster orientiert beschreiben. Das Wort bewertet nicht automatisch die Qualität der gesamten Erzählung.
Die Erklärung benennt die wiederkehrende Verbindung und bleibt offen dafür, ob spätere Szenen sie verändern oder durchbrechen.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
