transitiv
Transitiv bezeichnet in der deutschen Grammatik gewöhnlich ein Verb beziehungsweise eine Verwendung mit Akkusativobjekt. In engeren Definitionen kommen weitere Bedingungen hinzu. In der Mathematik beschreibt das Wort eine bestimmte Eigenschaft von Beziehungen.
Was bedeutet transitiv?
Ein klares grammatisches Beispiel ist: Die Schülerin öffnet das Fenster. Das Fenster ist Akkusativobjekt; im Passiv wird daraus das Subjekt: Das Fenster wird geöffnet. Außerdem lässt sich das Partizip attributiv verwenden: das geöffnete Fenster. Unterschiedliche Grammatikmodelle grenzen Randfälle verschieden ab.
In der Mathematik heißt eine Beziehung transitiv, wenn aus a steht in Beziehung zu b und b steht in derselben Beziehung zu c stets a steht in Beziehung zu c folgt. Größer als ist transitiv: Aus 8 > 5 und 5 > 2 folgt 8 > 2. Diese Bedeutung hat nichts mit einem Akkusativobjekt zu tun.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Schülerin öffnet das Fenster.“ Öffnen ist hier transitiv gebraucht; das Fenster ist das Akkusativobjekt.
- „Das Fenster wird geöffnet.“ Das Beispiel zeigt die zugehörige Passivkonstruktion.
- „Aus 8 > 5 und 5 > 2 folgt 8 > 2.“ Die Größer-als-Beziehung erfüllt die mathematische Transitivitätsbedingung.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Intransitiv bezeichnet in der üblichen grammatischen Gegenüberstellung Verben oder Verwendungen ohne Akkusativobjekt. Andere Ergänzungen können trotzdem vorkommen.
Mit Akkusativ allein reicht als Prüfung nicht immer: In Sie schläft den ganzen Nachmittag ist die Akkusativgruppe eine Zeitangabe. Engere Beschreibungen der Transitivität berücksichtigen außerdem Partizip- oder Passivmöglichkeiten.
Schreibweise und Grammatik
Die Schreibung lautet transitiv, mit einem s und abschließendem v: ein transitives Verb, eine transitive Relation. Das Adjektiv ist selbst kein Verb.
Steigerung
In den hier erklärten Klassifikationen wird transitiv gewöhnlich nicht gesteigert. Die Endung in ein transitiver Gebrauch ist eine Beugungsendung.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | transitiver | transitive | transitives | transitive |
| Genitiv | transitiven | transitiver | transitiven | transitiver |
| Dativ | transitivem | transitiver | transitivem | transitiven |
| Akkusativ | transitiven | transitive | transitives | transitive |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | transitive | transitive | transitive | transitiven |
| Genitiv | transitiven | transitiven | transitiven | transitiven |
| Dativ | transitiven | transitiven | transitiven | transitiven |
| Akkusativ | transitiven | transitive | transitive | transitiven |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | transitiver | transitive | transitives | transitiven |
| Genitiv | transitiven | transitiven | transitiven | transitiven |
| Dativ | transitiven | transitiven | transitiven | transitiven |
| Akkusativ | transitiven | transitive | transitives | transitiven |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Grammatikaufgabe vergleicht ein Schüler Die Schülerin öffnet das Fenster mit Die Schülerin schläft den ganzen Nachmittag. Beide Sätze enthalten eine Akkusativgruppe.
Nur das Fenster ist hier Akkusativobjekt. Den ganzen Nachmittag gibt dagegen an, wie lange das Schlafen dauert.
Die Gegenüberstellung erklärt, warum die Form des Falls und die Funktion im Satz getrennt geprüft werden müssen.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
