unterbewusst
Unterbewusst bezeichnet Vorstellungen, Gefühle oder Einflüsse, die nicht klar ins bewusste Erleben treten.
Was bedeutet unterbewusst?
Unterbewusst wird etwa von einer Ahnung oder einem Wunsch gesagt, den jemand nicht ausdrücklich erkennt oder formuliert. Das Wort beschreibt im allgemeinen Sprachgebrauch etwas, das innerlich mitwirken soll, ohne deutlich bewusst zu sein.
In einer Figurenanalyse ist eine solche Aussage eine Deutung, keine unmittelbar sichtbare Tatsache. Wenn der Text den inneren Zustand nicht ausdrücklich nennt, sollten konkrete Hinweise beschrieben und mögliche Erklärungen vorsichtig formuliert werden. Eine einzelne Geste beweist keinen bestimmten unterbewussten Wunsch.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Figur ahnt unterbewusst, dass sich die Beziehung verändert, kann ihren Eindruck aber noch nicht benennen.“ Die Formulierung beschreibt eine noch nicht klar erfasste Ahnung.
- „Der Erzähler nennt ausdrücklich einen unterbewussten Wunsch nach Anerkennung.“ Die Deutung wird hier durch eine Aussage des Erzählers gestützt.
- „Das wiederholte Zögern könnte auf einen unterbewussten Vorbehalt hindeuten; sicher ist das nicht.“ Die Erklärung wahrt den Unterschied zwischen Hinweis und gesichertem Wissen.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Unbewusst hat einen weiteren Gebrauch und kann auch eine nicht absichtliche Handlung beschreiben. Unterbewusst wird besonders auf innere Vorstellungen und Einflüsse bezogen.
Unterschwellig kann etwas nur indirekt Wahrnehmbares bezeichnen. Es muss sich dabei nicht um das innere Erleben einer Person handeln.
Schreibweise und Grammatik
Die heutige Schreibung lautet unterbewusst mit ss. Die frühere Schreibweise unterbewußt ist nicht die heutige Standardschreibung. Formen sind ein unterbewusster Wunsch und mit unterbewussten Vorstellungen.
Steigerung
Unterbewusst wird gewöhnlich nicht gesteigert. Wenn etwas deutlicher oder weniger deutlich bewusst wird, sollte genau dieser Vorgang beschrieben werden.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | unterbewusster | unterbewusste | unterbewusstes | unterbewusste |
| Genitiv | unterbewussten | unterbewusster | unterbewussten | unterbewusster |
| Dativ | unterbewusstem | unterbewusster | unterbewusstem | unterbewussten |
| Akkusativ | unterbewussten | unterbewusste | unterbewusstes | unterbewusste |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | unterbewusste | unterbewusste | unterbewusste | unterbewussten |
| Genitiv | unterbewussten | unterbewussten | unterbewussten | unterbewussten |
| Dativ | unterbewussten | unterbewussten | unterbewussten | unterbewussten |
| Akkusativ | unterbewussten | unterbewusste | unterbewusste | unterbewussten |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | unterbewusster | unterbewusste | unterbewusstes | unterbewussten |
| Genitiv | unterbewussten | unterbewussten | unterbewussten | unterbewussten |
| Dativ | unterbewussten | unterbewussten | unterbewussten | unterbewussten |
| Akkusativ | unterbewussten | unterbewusste | unterbewusstes | unterbewussten |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung erklärt die Erzählerin, eine Figur wünsche sich Anerkennung, ohne sich diesen Wunsch einzugestehen. Bei jeder Begegnung wartet die Figur anschließend auf ein Lob.
Der Wunsch nach Anerkennung bleibt der Figur zunächst unterbewusst. Die Erzählerin benennt ihn ausdrücklich; das wiederholte Warten auf Lob passt zu dieser Darstellung.
Die Analyse stützt sich hier auf eine erzählte Innensicht. Ohne diese Information müsste dieselbe Erklärung als Möglichkeit und nicht als feststehender innerer Zustand formuliert werden.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
