viril

Viril bedeutet ausgeprägt männlich wirkend beziehungsweise mit als männlich bezeichneten Merkmalen.

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Was bedeutet viril?

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist viril eine gehobene, oft wertende Beschreibung. Gemeint sein können zum Beispiel Erscheinung, Stimme oder Auftreten. Welche Merkmale als männlich wahrgenommen werden, ist dabei auch kulturell geprägt; das Wort beschreibt keine allgemeingültige Rangordnung von Menschen.

In medizinischen Zusammenhängen können virile Merkmale bestimmte körperliche Erscheinungen bezeichnen. Dieser Fachgebrauch ist von einer Charakterbewertung zu trennen. Aus einer viril genannten Erscheinung folgen weder eine bestimmte Persönlichkeit noch Aussagen über Fruchtbarkeit, sexuelle Leistungsfähigkeit oder Geschlechtsidentität.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Rezension beschreibt den Auftritt des Darstellers als viril.“ Gemeint ist eine wahrgenommene Wirkung, die genauer erläutert werden sollte.
  • „Der medizinische Text benennt bestimmte virile Merkmale.“ Die Aussage betrifft dort beschriebene körperliche Merkmale.
  • „Viril ist kein Beweis für Mut oder Durchsetzungsfähigkeit.“ Eine äußere Zuschreibung begründet noch keine Charaktereigenschaft.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Maskulin überschneidet sich mit der Bedeutung männlich. Viril betont häufig die Ausprägung oder Wirkung entsprechender Merkmale.

Visuell betrifft das Sehen. Eine virile Wirkung kann dagegen nicht nur über das Aussehen, sondern etwa auch über die Stimme beschrieben werden.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet viril mit einfachem r. Formen sind ein viriler Auftritt und eine virile Wirkung. Die konkrete Bedeutung sollte aus dem Text hervorgehen.

Steigerung

Sprachlich sind viriler und am virilsten möglich. Solche Vergleiche bleiben ohne klaren Bezug leicht stereotyp; besser ist eine genaue Beschreibung der gemeinten Wirkung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvirilervirilevirilesvirile
Genitivvirilenvirilervirilenviriler
Dativvirilemvirilervirilemvirilen
Akkusativvirilenvirilevirilesvirile
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvirilevirilevirilevirilen
Genitivvirilenvirilenvirilenvirilen
Dativvirilenvirilenvirilenvirilen
Akkusativvirilenvirilevirilevirilen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvirilervirilevirilesvirilen
Genitivvirilenvirilenvirilenvirilen
Dativvirilenvirilenvirilenvirilen
Akkusativvirilenvirilevirilesvirilen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Theaterkritik bezeichnet ein Rezensent einen Auftritt als viril. Bei der Überarbeitung nennt er die tiefe Stimme und die breit angelegte Körperhaltung, auf die sich sein Eindruck stützt.

Der Rezensent nennt den Auftritt viril und erläutert damit seine Wahrnehmung der Inszenierung. Die Stimme und Haltung werden als konkrete Gestaltungsmittel beschrieben.

Die Deutung gilt dem Bühnenauftritt. Sie leitet daraus keine natürliche Überlegenheit und keine private Identität des Darstellers ab.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.