weidlich

Weidlich bedeutet ausgiebig, reichlich oder in hohem Maß. Es steht häufig bei Tätigkeiten, die intensiv oder ausgedehnt ausgeübt werden.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet weidlich?

Wer eine Gelegenheit weidlich nutzt, schöpft sie aus. Wer weidlich lacht, lacht ausgiebig. Die Formulierung wirkt heute häufig erzählerisch oder etwas altertümlich und enthält oft eine anschauliche Verstärkung.

Das Wort bewertet die Tätigkeit nicht automatisch positiv. Man kann sich weidlich amüsieren, aber auch eine Schwäche weidlich ausnutzen. Für die Beurteilung kommt es auf das Verb und die beschriebene Situation an.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Kinder nutzen die freie Stunde weidlich zum Spielen.“ Die Gelegenheit wird ausgiebig genutzt.
  • „Über die unerwartete Verwechslung wird weidlich gelacht.“ Das Adverbiale betont das Ausmaß des Lachens.
  • „Der Erzähler lässt die Figur den Fehler ihres Gegners weidlich ausnutzen.“ Die Verstärkung kann auch ein problematisches Verhalten begleiten.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Ausgiebig ist häufig die neutralere heutige Form. Reichlich kann auch Mengen bezeichnen, während weidlich besonders gut zu einem ausgeübten Tun passt.

Weidwund sieht ähnlich aus, hat aber eine andere, ursprünglich jagdsprachliche Bedeutung. Aus dem gemeinsamen Wortanfang lässt sich keine austauschbare Verwendung ableiten.

Schreibweise und Grammatik

Weidlich schreibt man mit ei und d. Meist steht es heute ungebeugt bei einem Verb: etwas weidlich nutzen. Adjektivische Formen wie weidliche Freude sind möglich, wirken aber deutlich ungewohnter.

Steigerung

Eine Steigerung ist im üblichen Gebrauch nicht gebräuchlich. Wenn das Ausmaß verglichen werden soll, sind noch ausgiebiger oder eine konkrete Zeit- beziehungsweise Mengenangabe klarer.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativweidlicherweidlicheweidlichesweidliche
Genitivweidlichenweidlicherweidlichenweidlicher
Dativweidlichemweidlicherweidlichemweidlichen
Akkusativweidlichenweidlicheweidlichesweidliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativweidlicheweidlicheweidlicheweidlichen
Genitivweidlichenweidlichenweidlichenweidlichen
Dativweidlichenweidlichenweidlichenweidlichen
Akkusativweidlichenweidlicheweidlicheweidlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativweidlicherweidlicheweidlichesweidlichen
Genitivweidlichenweidlichenweidlichenweidlichen
Dativweidlichenweidlichenweidlichenweidlichen
Akkusativweidlichenweidlicheweidlichesweidlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Erzählung beschreibt einen unerwartet freien Nachmittag. Die Figuren bleiben nicht lange unentschlossen, sondern verwirklichen mehrere aufgeschobene Ideen.

Sie nutzen die freie Zeit weidlich: Erst bauen sie das Modell fertig, dann erproben sie es bis zum Abend.

Die anschließenden Handlungen füllen die Verstärkung mit Inhalt. Das Wort allein würde noch nicht zeigen, wie die Zeit genutzt wurde.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.