weltanschaulich
Weltanschaulich bedeutet eine Weltanschauung betreffend oder auf grundlegenden Vorstellungen über Welt, Mensch und Zusammenleben beruhend.
Was bedeutet weltanschaulich?
Weltanschauliche Überzeugungen betreffen nicht nur einzelne praktische Vorlieben. Sie können etwa Vorstellungen davon enthalten, was ein gutes Leben ausmacht, wie Menschen handeln sollen oder welche Bedeutung sie ihrem Dasein geben. Der Inhalt einer bestimmten Überzeugung muss jeweils erklärt werden.
Das Adjektiv sagt allein nicht, ob eine Auffassung religiös, nichtreligiös, politisch oder unpolitisch geprägt ist. Ebenso behauptet es nicht automatisch, dass jemand starr an seinen Ansichten festhält. Eine weltanschauliche Grundlage und ein dogmatischer Umgang mit Einwänden sind verschiedene Aussagen.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Figuren teilen manche Interessen, unterscheiden sich aber in ihren weltanschaulichen Überzeugungen.“ Gemeint sind grundlegende Vorstellungen, nicht jede alltägliche Vorliebe.
- „Der Aufsatz erklärt die weltanschauliche Grundlage des dargestellten Menschenbilds.“ Die Interpretation benennt die leitenden Annahmen.
- „Die Gruppe diskutiert ihre weltanschaulichen Unterschiede, ohne einander abzuurteilen.“ Verschiedene Grundüberzeugungen schließen einen sachlichen Austausch nicht aus.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Ideologisch kann einen ähnlichen Bezug benennen, wird aber auch kritisch für vorgefasste Überzeugungen verwendet. Diese Wertung ist in weltanschaulich nicht zwingend enthalten.
Anschaulich beschreibt dagegen eine gut vorstellbare Darstellung. Eine anschauliche Erklärung und eine weltanschauliche Überzeugung sind verschiedene Dinge.
Schreibweise und Grammatik
Die Schreibung lautet weltanschaulich, zusammen: eine weltanschauliche Haltung, aus weltanschaulichen Gründen. Das Wort bezieht sich auf Weltanschauung.
Steigerung
Als Beziehung zu einer Weltanschauung wird das Adjektiv normalerweise nicht gesteigert. Stärker weltanschaulich geprägt erläutert bei Bedarf den gemeinten Grad der Prägung genauer.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | weltanschaulicher | weltanschauliche | weltanschauliches | weltanschauliche |
| Genitiv | weltanschaulichen | weltanschaulicher | weltanschaulichen | weltanschaulicher |
| Dativ | weltanschaulichem | weltanschaulicher | weltanschaulichem | weltanschaulichen |
| Akkusativ | weltanschaulichen | weltanschauliche | weltanschauliches | weltanschauliche |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | weltanschauliche | weltanschauliche | weltanschauliche | weltanschaulichen |
| Genitiv | weltanschaulichen | weltanschaulichen | weltanschaulichen | weltanschaulichen |
| Dativ | weltanschaulichen | weltanschaulichen | weltanschaulichen | weltanschaulichen |
| Akkusativ | weltanschaulichen | weltanschauliche | weltanschauliche | weltanschaulichen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | weltanschaulicher | weltanschauliche | weltanschauliches | weltanschaulichen |
| Genitiv | weltanschaulichen | weltanschaulichen | weltanschaulichen | weltanschaulichen |
| Dativ | weltanschaulichen | weltanschaulichen | weltanschaulichen | weltanschaulichen |
| Akkusativ | weltanschaulichen | weltanschauliche | weltanschauliches | weltanschaulichen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung lehnt eine Figur einen Vorteil ab, weil sie Gleichbehandlung für einen grundlegenden Wert hält. Ein Schüler möchte ihr Motiv beschreiben.
Die Entscheidung besitzt eine weltanschauliche Grundlage: Die Figur stellt ihre Überzeugung von Gleichbehandlung über einen persönlichen Vorteil.
Die Deutung nennt eine konkrete Überzeugung und ihre Bedeutung für die Handlung. Sie ordnet die Figur dadurch noch keiner vollständigen politischen oder religiösen Lehre zu.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
