zusammengeritten

Zusammengeritten beschreibt in älterer oder stark abwertender Sprache etwas durch Überbeanspruchung Erschöpftes, Abgenutztes oder Heruntergekommenes.

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Was bedeutet zusammengeritten?

Der bildhafte Ausdruck kann ein erschöpftes oder stark beanspruchtes Pferd betreffen. Übertragen wurde und wird er auch für verbraucht wirkende Gegenstände oder Menschen verwendet. Gerade gegenüber Menschen ist die Bezeichnung herabsetzend und sollte nicht mit einer neutralen Zustandsbeschreibung verwechselt werden.

Daneben ist zusammengeritten eine reguläre Partizipform des Verbs zusammenreiten. Je nach Verbgebrauch kann ein Satz also schlicht einen gemeinsamen Ritt oder ein durch Reiten bewirktes Ergebnis beschreiben. Erst der konkrete Zusammenhang zeigt, ob die abwertende Eigenschaft gemeint ist.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Figur beschimpft den alten Wagen als zusammengeritten.“ Der Ausdruck wertet den stark abgenutzten Zustand bildhaft ab.
  • „Der Bericht beschreibt ein zusammengerittenes Pferd.“ Hier wird eine durch starke Beanspruchung erschöpfte Erscheinung benannt.
  • „Die Erzählerin bezeichnet den Mann als zusammengeritten; die Analyse übernimmt das Urteil nicht unbesehen.“ Bei Menschen ist die Formulierung deutlich herabsetzend und zeigt auch die Haltung der sprechenden Figur.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Erschöpft benennt fehlende Kräfte unmittelbarer. Abgenutzt oder stark beansprucht eignen sich bei Gegenständen für eine sachlichere Beschreibung.

Zusammen geritten kann in einem passenden Satz auch gemeinsam geritten bedeuten. Die Bedeutungsanalyse darf nicht allein aus der sichtbaren Wortfolge auf eine abwertende Eigenschaft schließen.

Schreibweise und Grammatik

Die hier erklärte Adjektivform lautet zusammengeritten, mit tt: ein zusammengerittener Wagen. Sie geht formal auf ein Partizip zurück und erhält als Attribut die üblichen Adjektivendungen.

Steigerung

Im bildhaften, abwertenden Gebrauch sind Vergleiche wie zusammengerittener denkbar. Verständlicher ist meist eine konkrete Beschreibung des größeren Verschleißes oder der stärkeren Erschöpfung; eine feste Steigerungsreihe steht nicht im Vordergrund.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativzusammengerittenerzusammengerittenezusammengeritteneszusammengerittene
Genitivzusammengerittenenzusammengerittenerzusammengerittenenzusammengerittener
Dativzusammengerittenemzusammengerittenerzusammengerittenemzusammengerittenen
Akkusativzusammengerittenenzusammengerittenezusammengeritteneszusammengerittene
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativzusammengerittenezusammengerittenezusammengerittenezusammengerittenen
Genitivzusammengerittenenzusammengerittenenzusammengerittenenzusammengerittenen
Dativzusammengerittenenzusammengerittenenzusammengerittenenzusammengerittenen
Akkusativzusammengerittenenzusammengerittenezusammengerittenezusammengerittenen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativzusammengerittenerzusammengerittenezusammengeritteneszusammengerittenen
Genitivzusammengerittenenzusammengerittenenzusammengerittenenzusammengerittenen
Dativzusammengerittenenzusammengerittenenzusammengerittenenzusammengerittenen
Akkusativzusammengerittenenzusammengerittenezusammengeritteneszusammengerittenen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung sieht eine Figur einen müden Reisenden und nennt ihn zusammengeritten. Weitere Angaben über seine Gesundheit fehlen.

Das Wort zeichnet einen abwertenden Eindruck starker Erschöpfung. Es charakterisiert zugleich die schroffe Ausdrucksweise der beobachtenden Figur.

Die Deutung trennt die Wortwirkung von einer gesicherten Aussage über den Menschen. Aus dem Ausdruck folgt weder eine Diagnose noch eine dauerhafte Eigenschaft.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.