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analytisch

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
analytisch
Worttrennung
ana·ly·tisch
Komparativ
analytischer
Superlativ
am analytischsten

Bei unterschiedlich starker systematischer Untersuchung steigerbar. In festen Fachbezeichnungen ist eine Steigerung häufig nicht sinnvoll.

Formen und Verwendung im Detail

Analytisch: Einen Zusammenhang in Bestandteile gliedernd und deren Beziehungen systematisch untersuchend.

Was bedeutet analytisch?

Analytisch beschreibt ein Vorgehen, bei dem ein komplexer Sachverhalt in unterscheidbare Teile zerlegt wird. Diese Teile und ihre Beziehungen werden untersucht, um den Zusammenhang genauer zu verstehen. Bei Menschen spricht man etwa von analytischem Denken oder einer analytischen Herangehensweise. Das Wort bedeutet nicht einfach intelligent oder gefühllos. Es bezeichnet zunächst eine Methode beziehungsweise eine Art der Untersuchung. Auch wer emotionale Situationen analysiert, kann selbst mitfühlend sein. Fachverbindungen wie analytische Chemie oder analytische Sprachen haben darüber hinaus jeweils besondere Bedeutungen.

Drei Beispiele für analytisch

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Die Ermittlerin ging analytisch vor: Sie trennte die beobachteten Ereignisse von den Vermutungen der Zeugen.“

Die klare Gliederung bildet einen ersten Untersuchungsschritt. Ob die spätere Schlussfolgerung richtig ist, hängt zusätzlich von den verfügbaren Belegen ab.

„Er zerlegte das Problem analytisch in Fragen nach Material, Zeit und Zuständigkeit.“

Das Beispiel zeigt, wie aus einer unübersichtlichen Aufgabe unterscheidbare Teilfragen werden. Die Analyse bereitet eine Lösung vor, ersetzt sie aber nicht.

„Ihre analytische Lektüre untersuchte zunächst die Wortwahl und anschließend den Aufbau des Gesprächs.“

Auch bei literarischen Texten kann analytisch gearbeitet werden. Einzelbeobachtungen müssen danach wieder auf ihre Funktion im Gesamttext bezogen werden.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Akribisch
Akribisch betont besondere Genauigkeit und Sorgfalt. Analytisch bezeichnet das zerlegende und untersuchende Vorgehen; beides kann zusammenkommen.
Intuitiv
Intuitiv beschreibt ein unmittelbares Erfassen ohne ausführlich dargestellte Einzelschritte. Eine erste Vermutung kann anschließend analytisch geprüft werden.

Schreibung und Grammatik

Das Adjektiv wird analytisch geschrieben, mit y und t. Formen sind ein analytischer Blick, eine analytische Frage und ein analytisches Vorgehen. Die Steigerung lautet analytischer, am analytischsten, wenn unterschiedliche Ausprägungen verglichen werden. In festen Fachbezeichnungen ist eine Steigerung oft nicht sinnvoll. Das Substantiv Analyse und das Verb analysieren gehören zur selben Wortfamilie; analysisch ist keine entsprechende Standardform.

Die allgemeinen Regeln zur Beugung und Verwendung erklärt die Übersicht der Adjektive.

Beugungsformen von analytisch

Vor einem Nomen verändert sich die Endung: ein analytischer Blick, eine analytische Frage, ein analytisches Vorgehen. Die Tabellen zeigen die Formen für alle vier Fälle. Ihre Spalten bezeichnen das grammatische Geschlecht des Nomens; der Plural gilt für alle Geschlechter.

Unbestimmter Artikelein analytischer Blick
Hier trägt das Adjektiv die Endung -er.
Bestimmter Artikelder analytische Blick
Mit „der“ lautet die Endung hier -e.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
analytisch: Starke Deklination – ohne Artikel
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
Nominativanalytischeranalytischeanalytischesanalytische
Genitivanalytischenanalytischeranalytischenanalytischer
Dativanalytischemanalytischeranalytischemanalytischen
Akkusativanalytischenanalytischeanalytischesanalytische
analytisch: Schwache Deklination – nach der, die, das
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
Nominativanalytischeanalytischeanalytischeanalytischen
Genitivanalytischenanalytischenanalytischenanalytischen
Dativanalytischenanalytischenanalytischenanalytischen
Akkusativanalytischenanalytischeanalytischeanalytischen
analytisch: Gemischte Deklination – nach ein, eine oder kein
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
Nominativanalytischeranalytischeanalytischesanalytischen
Genitivanalytischenanalytischenanalytischenanalytischen
Dativanalytischenanalytischenanalytischenanalytischen
Akkusativanalytischenanalytischeanalytischesanalytischen

Die Formen stehen hier ohne Nomen und ohne Artikel, damit die Endungen leichter vergleichbar sind. Für die gemischte Deklination zeigt der Plural das Muster nach keine oder Possessivwörtern wie meine. Einen Plural des unbestimmten Artikels ein gibt es nicht. Substantivierte Verwendungen werden großgeschrieben.

Kurze Übung: Welche Endung passt? Mit einer analytisch___ Frage …

Lösung und Erklärung anzeigen

Lösung: mit einer analytischen Frage. Nach mit steht der Dativ. Im Femininum Dativ lautet die Adjektivendung nach einer -en.

Herkunft und Wortbildung

Die Herkunft führt über lateinisch analyticus zu griechisch analytikós. Die heutige Bedeutung des Zerlegens und Untersuchens gehört zur Wortfamilie von Analyse. Analysieren bezeichnet die Tätigkeit; analytisch beschreibt eine entsprechende Untersuchung, Methode oder Denkweise.

Verwendung in einer Charakterisierung

Für eine Charakterisierung ist zu zeigen, welche Unterscheidungen die Figur vornimmt und wie sie daraus Schlüsse zieht. Eigene Musterformulierung: Die Ermittlerin denkt analytisch, weil sie Zeugenaussagen nach Beobachtung und Vermutung ordnet und Widersprüche einzeln prüft. Die bloße Behauptung, sie sei klug, wäre weniger aussagekräftig. Achte außerdem darauf, ob sie ihre Teilbefunde wieder zu einem Gesamtbild verbindet. Eine lange Liste von Details belegt für sich noch keine überzeugende Analyse.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, zeigt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.

Wörterbuchangaben geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Analytisch in der Übersicht der Charaktereigenschaften