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ergeben

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
ergeben
Worttrennung
er·ge·ben
Komparativ
ergebener; auch ergebner
Superlativ
am ergebensten

Steigerung beim hingebungsvollen oder gefügigen Verhalten. Neben ergebener ist ergebner belegt; ergeben im Sinn von ein Ergebnis liefern gehört zu einer anderen Verbverwendung.

Formen und Verwendung im Detail

Ergeben: Jemandem hingebungsvoll und unterordnend zugewandt; außerdem ohne Widerstand etwas hinnehmend oder resigniert wirkend.

Was bedeutet ergeben?

Ergeben kann eine tiefe, häufig mit Unterordnung verbundene Bindung ausdrücken: Eine Person ist jemandem ergeben und stellt sich bereitwillig in dessen Dienst. Bei treu ergeben steht die verlässliche Hingabe im Vordergrund, bei blind ergeben die fehlende kritische Distanz. Der Ausdruck kann daher Anerkennung, aber auch einen Vorwurf mangelnder Selbstständigkeit enthalten.

Daneben beschreibt ergeben ein widerstandsloses Hinnehmen. Ein ergebener Blick kann zeigen, dass jemand sich nicht mehr gegen eine unangenehme Situation auflehnt. Dabei muss weder Zuneigung noch Zustimmung vorliegen; möglich ist stille Resignation. In gehobener oder älterer Sprache erscheint ergeben auch als Ausdruck von Untertänigkeit. Historische Briefschlüsse mit ergeben klingen heute entsprechend förmlich oder bewusst altertümlich.

Drei Beispiele für ergeben

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Der Vertraute blieb der Fürstin ergeben und stellte ihre Wünsche über seine eigenen Pläne.“

Der Dativ der Fürstin nennt das Gegenüber der Hingabe. Ob die Bindung freiwillig, dankbar oder abhängig ist, muss der weitere Text zeigen.

„Mit einem ergebenen Seufzer nahm sie die zusätzliche Arbeit entgegen, obwohl sie die Entscheidung ungerecht fand.“

Die Person leistet keinen Widerstand. Ihre innere Ablehnung bleibt dennoch bestehen; ergeben bedeutet hier nicht einverstanden.

„Er verbeugte sich ergeben und wartete, bis der Hausherr ihm das Wort erteilte.“

Haltung und Verhalten machen die Unterordnung sichtbar. Je nach Erzählperspektive kann die Szene respektvoll oder kritisch dargestellt sein.

Synonyme für ergeben: passend zum Zusammenhang

Ergeben kann hingebungsvolle Bindung oder widerstandsloses Hinnehmen beschreiben. Im ersten Fall richtet sich jemand nach einer Person; im zweiten lässt jemand eine Lage geschehen, möglicherweise gegen den eigenen Wunsch. Ein Ersatz sollte diese beiden Haltungen nicht vermischen und die Stärke der Unterordnung beachten.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
treubeständigen persönlichen BindungenBetont Verlässlichkeit, ohne Unterordnung vorauszusetzen.
hingebungsvollstarker persönlicher ZuwendungHebt den Einsatz für jemanden oder etwas hervor.
unterwürfigdeutlich untergeordnetem VerhaltenWertet die Selbstzurücknahme meist kritischer.
resigniertwiderstandslosem Hinnehmen einer LageBetont aufgegebene Hoffnung oder Gegenwehr.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Der Begleiter ist der Fürstin ergeben.“
Alternative: „Der Begleiter ist der Fürstin treu.“

Treu bewahrt die beständige Bindung, lässt aber das mögliche Gefälle weniger deutlich werden. Ergeben kann zusätzlich bedeuten, dass der Begleiter ihre Wünsche den eigenen unterordnet.

Ausgangssatz: „Mit einem ergebenen Seufzer nimmt sie den zusätzlichen Auftrag an.“
Alternative: „Mit einem resignierten Seufzer nimmt sie den zusätzlichen Auftrag an.“

Die Alternative macht das widerwillige Aufgeben von Gegenwehr deutlicher. Eine liebevolle Bindung an den Auftraggeber wird in keiner der beiden Fassungen vorausgesetzt.

Hier passt der Austausch nicht: „Die Prüfung hat ein anderes Ergebnis ergeben“ lässt sich nicht mit treu oder resigniert umformulieren. Ergeben ist hier Teil einer Verbform und bezeichnet das Hervorbringen eines Ergebnisses.

Bei „jemandem ergeben sein“ steht die Bezugsperson im Dativ. Soll eine Charakterisierung die Haltung erklären, braucht sie zusätzliche Beobachtungen: Dient die Figur aus Zuneigung, aus Angst oder aus Abhängigkeit? Das Adjektiv allein entscheidet diese Frage nicht. Auch ein ergebener Blick kann eine momentane Reaktion sein, ohne die gesamte Beziehung zu kennzeichnen.

Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
Treu
Betont Beständigkeit in einer Bindung. Ergeben kann zusätzlich Hingabe und ein Gefälle zwischen den Beteiligten ausdrücken.
Resigniert
Hebt das Aufgeben von Hoffnung oder Widerstand hervor. Ergeben kann dies bedeuten, aber auch eine von Zuneigung getragene Hingabe.

Schreibung und Grammatik

Die Grundform lautet ergeben; attributiv heißt es ein ergebener Begleiter oder eine ergebene Haltung. In der Bedeutung der Hingabe steht die Bezugsperson im Dativ: jemandem ergeben sein. Davon zu unterscheiden sind Verbformen wie „Die Prüfung hat ein klares Bild ergeben“ oder „Die Truppe hat sich ergeben“. Das Adjektiv bezeichnet einen Zustand oder eine Haltung.

Wie Adjektive gebeugt und im Satz verwendet werden, erklärt die Übersicht der Adjektive.

Beugung von ergeben

Ein ergebener Begleiter zeigt Hingabe. Wem er ergeben ist, kann durch eine Dativ-Ergänzung benannt werden; die Verbverwendungen von ergeben bleiben davon getrennt.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativergebenerergebeneergebenesergebene
Genitivergebenenergebenerergebenenergebener
Dativergebenemergebenerergebenemergebenen
Akkusativergebenenergebeneergebenesergebene
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativergebeneergebeneergebeneergebenen
Genitivergebenenergebenenergebenenergebenen
Dativergebenenergebenenergebenenergebenen
Akkusativergebenenergebeneergebeneergebenen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativergebenerergebeneergebenesergebenen
Genitivergebenenergebenenergebenenergebenen
Dativergebenenergebenenergebenenergebenen
Akkusativergebenenergebeneergebenesergebenen

Herkunft und Wortbildung

Ergeben gehört zur Wortfamilie geben und sich ergeben und ist formal mit dem Partizip II von ergeben identisch. Im Adjektiv werden besonders Hingabe und das Ausbleiben von Widerstand bezeichnet. Das dazugehörige Substantiv Ergebenheit benennt diese Haltung.

Verwendung in einer Charakterisierung

„Der Diener erscheint seiner Herrin ergeben: Er verzichtet auf die angebotene Reise, sobald sie seine Anwesenheit wünscht, und stellt die Entscheidung nicht infrage.“ Die Handlung belegt die Unterordnung, nicht automatisch ihre Ursache. Dankbarkeit, Loyalität, Abhängigkeit und Furcht wären unterschiedliche Erklärungen. Enthält der Text dagegen einen ergebenen Gesichtsausdruck nach einer Niederlage, sollte eher die momentane Resignation beschrieben werden.

Weitere Hinweise zu Beobachtung, Textbeleg und Deutung bietet die Anleitung zur Charakterisierung.

Ergeben in der Übersicht der Charaktereigenschaften