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gesellig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
gesellig
Worttrennung
ge·sel·lig
Komparativ
geselliger
Superlativ
am geselligsten

Steigerung bei angenehmer Gesellschaft oder Neigung zum Zusammensein. Die biologische Verwendung für gemeinschaftlich lebende Tiere ist ein eigener Sinn.

Formen und Verwendung im Detail

Gesellig beschreibt Menschen, die gern mit anderen zusammen sind und leicht Umgang pflegen; ein geselliger Anlass findet in zwangloser, anregender Gemeinschaft statt.

Was bedeutet gesellig?

Gesellig hebt die Neigung zum Zusammensein hervor. Eine gesellige Person schließt sich gern anderen an, sucht gemeinsame Unternehmungen oder trägt dazu bei, dass ein Gespräch zustande kommt. Dabei muss sie nicht ständig im Mittelpunkt stehen. Auch Zuhören, gemeinsames Spielen oder das ruhige Pflegen regelmäßiger Kontakte kann zur Geselligkeit gehören.

Das Wort lässt sich außerdem auf die Situation beziehen. Ein geselliger Abend bietet einen ungezwungenen, unterhaltsamen Austausch. Daraus folgt nicht, dass alle Beteiligten im Alltag gleich kontaktfreudig sind. Eine sonst zurückhaltende Figur kann sich in einer vertrauten Runde wohlfühlen. Umgekehrt muss ein geselliger Mensch nicht jede große Veranstaltung oder jedes Gespräch mit Fremden bevorzugen.

In der Biologie bezeichnet gesellig ein Zusammenleben mit Artgenossen. Diese fachliche Verwendung ist von der persönlichen Freude an Unterhaltung zu unterscheiden. Wenn Tiere als gesellig beschrieben werden, wird zunächst ihre Lebensweise charakterisiert. Menschliche Höflichkeit, Witz oder Gesprächsbereitschaft lassen sich aus diesem Wortgebrauch nicht ohne Weiteres übertragen.

Drei Beispiele für gesellig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Die gesellige Nachbarin lud regelmäßig zu einer kleinen Spielrunde ein und sorgte dafür, dass auch neue Hausbewohner Anschluss fanden.“

Die wiederkehrende Suche nach gemeinsamem Austausch macht die Eigenschaft sichtbar.

„Aus dem kurzen Treffen wurde ein geselliger Abend, an dem alle ungezwungen erzählen und zuhören konnten.“

Hier beschreibt das Adjektiv den Charakter der Zusammenkunft. Es setzt keine ausschließliche Gesprächsführung durch eine einzelne Person voraus.

„In der Artenbeschreibung wurde auf die gesellige Lebensweise der Vögel hingewiesen.“

Das Wort betrifft in dieser fachlichen Verwendung das Zusammenleben mit Artgenossen. Eine menschliche Umgangsform ist damit nicht gemeint.

Synonyme für gesellig: passend zum Zusammenhang

Gesellig beschreibt Freude am Zusammensein oder den zwanglosen gemeinschaftlichen Charakter eines Treffens. Das Wort setzt weder ständiges Reden noch einen großen Freundeskreis voraus. Ein Ersatz sollte erkennen lassen, ob eine Person Kontakte sucht, Gäste gut empfängt oder eine Runde angenehm erlebt wird.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
kontaktfreudigEine Person sucht gern Begegnungen und Gespräche.Betont besonders die Bereitschaft, Kontakt aufzunehmen, auch außerhalb einer vertrauten Runde.
umgänglichMit einer Person lässt sich angenehm und unkompliziert auskommen.Beschreibt die Qualität des Umgangs, nicht unbedingt den Wunsch nach häufigem Zusammensein.
gesprächigJemand beteiligt sich gern oder ausführlich am Gespräch.Betrifft das Reden; gesellig kann auch gemeinsames Spielen oder aufmerksames Zuhören umfassen.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Die gesellige Bewohnerin sitzt abends gern im Gemeinschaftsraum.“

Alternative: „Die kontaktfreudige Bewohnerin sitzt abends gern im Gemeinschaftsraum.“

Kontaktfreudig legt den Schwerpunkt auf ihr Interesse an Begegnungen. Gesellig kann stärker das Wohlbefinden in der gemeinsamen Runde beschreiben.

Ausgangssatz: „Heute zeigt sich der sonst stille Kollege gesellig.“

Alternative: „Heute zeigt sich der sonst stille Kollege gesprächig.“

Gesprächig behauptet ausdrücklich mehr Reden. Im Ausgangssatz könnte der Kollege auch gern teilnehmen und aufmerksam zuhören, ohne besonders viel zu erzählen.

Nicht gleichbedeutend: Freundlich ist kein Beweis für Geselligkeit. Eine Person kann anderen wohlwollend begegnen und trotzdem viel Zeit allein bevorzugen. Auch geschwätzig wäre ein anderer, meist kritischer Vorwurf über übermäßiges Reden.

Beim Formulieren: „Ein geselliger Abend“ bewertet die Zusammenkunft, „ein geselliger Mensch“ eine persönliche Neigung. Der Austausch dieser Bezugswörter würde aus einer einmal gelungenen Veranstaltung eine weitergehende Personenbeschreibung machen.

Für die Deutung einer Figur sind Initiative und erkennbares Interesse aufschlussreich. Ihre bloße Anwesenheit in einer Runde kann ebenso auf Pflicht, Zufall oder sozialen Druck zurückgehen. Geselligkeit zeigt sich daran, wie sie das Zusammensein gestaltet und erlebt.

Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
freundlich
Beschreibt wohlwollenden, angenehmen Umgang. Auch eine Person mit großem Bedürfnis nach Alleinsein kann anderen freundlich begegnen.
gastfreundlich
Betont den guten Empfang und die Betreuung von Gästen. Gesellig ist weiter gefasst und kann auch das gern gesehene Mitmachen als Gast beschreiben.
geschwätzig
Kritisiert aufdringliches Vielreden. Geselligkeit setzt dieses Verhalten nicht voraus; aufmerksam zuzuhören kann ihr gerade zugutekommen.

Schreibung und Grammatik

Die Schreibung lautet gesellig mit ll. Gebeugte Formen sind ein geselliger Mensch, eine gesellige Runde und gesellige Treffen. Gesteigert wird geselliger, am geselligsten. Das Substantiv heißt Geselligkeit. In der Abend war gesellig beschreibt das Adjektiv prädikativ die Zusammenkunft, nicht notwendig jede anwesende Person.

Die Übersicht zu Adjektiven erklärt Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von gesellig

Eine gesellige Runde bietet zwanglosen Umgang. Bei einem geselligen Menschen ist die Neigung zum Zusammensein gemeint; auch die biologische Verwendung wird gleich gebeugt.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativgeselligergeselligegeselligesgesellige
Genitivgeselligengeselligergeselligengeselliger
Dativgeselligemgeselligergeselligemgeselligen
Akkusativgeselligengeselligegeselligesgesellige
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativgeselligegeselligegeselligegeselligen
Genitivgeselligengeselligengeselligengeselligen
Dativgeselligengeselligengeselligengeselligen
Akkusativgeselligengeselligegeselligegeselligen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativgeselligergeselligegeselligesgeselligen
Genitivgeselligengeselligengeselligengeselligen
Dativgeselligengeselligengeselligengeselligen
Akkusativgeselligengeselligegeselligesgeselligen

Herkunft und Wortbildung

Gesellig gehört zu Geselle; mittelhochdeutsch gesellec konnte Verbundenheit oder freundschaftlichen Umgang ausdrücken. Dieser Gemeinschaftsbezug bleibt im heutigen Wort erhalten. Die persönliche Neigung zum Zusammensein ist jedoch von einem geselligen Anlass zu unterscheiden, an dem nicht alle dieselbe Neigung haben müssen.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Beleg: Die Figur sucht nach der Arbeit regelmäßig die gemeinsame Runde, interessiert sich für die Erlebnisse anderer und schlägt eine Unternehmung vor, an der alle teilnehmen können. Das kann Geselligkeit zeigen. Wer nur aus Pflicht anwesend ist, wäre durch denselben Aufenthaltsort noch nicht charakterisiert; ausschlaggebend sind Initiative, Interesse und erkennbares Wohlbefinden.

Wie sich Textbeleg und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.

Gesellig in der Übersicht der Charaktereigenschaften