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laut

Form & Grammatik

Adjektiv · Präposition
Stichwort
laut
Worttrennung
laut
Komparativ
lauter
Superlativ
am lautesten
Kasus
Als Präposition Dativ oder Genitiv; bloßes starkes Nomen im Singular gewöhnlich ungebeugt, im Plural Dativ.
Gebrauch
Als Adjektiv vor einem Nomen gebeugt, auch adverbial gebraucht. Die Präposition für eine Quellenangabe bleibt unverändert.

Die Vergleichsformen betreffen Lautstärke. Laut Bericht nennt eine Quelle und bestätigt deren Aussage noch nicht; der Laut ist ein eigenes Substantiv.

Formen und Verwendung im Detail

Mit kräftigem Klang deutlich hörbar oder viel Geräusch verursachend; bei Auftreten auch auffällig, raumgreifend oder wenig zurückhaltend.

Was bedeutet laut?

Laut bezeichnet zunächst einen kräftigen, deutlich hörbaren Klang oder eine Umgebung mit vielen Geräuschen. Eine Person spricht, lacht oder bewegt sich laut. In einer Personenbeschreibung kann damit gemeint sein, dass sie häufig viel hörbaren Raum einnimmt. Je nach Situation wirkt das lebhaft und ansteckend oder störend und wenig rücksichtsvoll.

Die Lautstärke allein erklärt weder Absicht noch Haltung. Jemand kann laut sprechen, damit er über eine größere Entfernung verstanden wird. Eine andere Person erhebt die Stimme aus Ärger oder Aufregung. Ob dabei Selbstsicherheit, Rücksichtslosigkeit oder ein sachlicher Anlass vorliegt, muss aus dem Verhalten und der Situation erschlossen werden. Ein leiser Mensch kann ebenso entschieden sein wie ein lauter.

Übertragen kann laut auch eine aufdringliche Wirkung bezeichnen, etwa bei grellen Farben oder auffälliger Werbung. Bei der Wendung Zweifel werden laut steht dagegen das Äußern oder Bekanntwerden im Vordergrund. Dafür muss niemand schreien. Der genaue Bezug hilft also, Klangstärke, öffentliche Äußerung und eine bildlich hervorgehobene Auffälligkeit auseinanderzuhalten.

Drei Beispiele für laut

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Sie rief laut über den Hof, damit die Gruppe am anderen Ende ihre Warnung hörte.“

Die Entfernung und der Zweck erklären die Lautstärke. Das Beispiel belegt keine aggressive Haltung.

„Während die anderen noch sprachen, kommentierte er jeden Beitrag laut und nahm kaum Rücksicht auf Unterbrechungen.“

Die Wirkung entsteht aus Lautstärke und Gesprächsverhalten zusammen. Erst die Unterbrechungen stützen eine Kritik an mangelnder Rücksicht.

„Nach der widersprüchlichen Erklärung wurden in der Runde Zweifel laut, obwohl alle ruhig miteinander sprachen.“

Laut werden bedeutet hier offen geäußert werden. Eine hohe akustische Lautstärke ist nicht erforderlich.

Synonyme für laut: passend zum Zusammenhang

Laut betrifft meist die Stärke eines hörbaren Eindrucks. Bei Auftritten kann es außerdem auffälliges, raumgreifendes Verhalten beschreiben; in festen Verbindungen steht das offene Äußern im Mittelpunkt. Die Alternative sollte weder Ärger noch Aggression ergänzen, wenn nur gute Hörbarkeit über eine Entfernung gemeint ist.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
geräuschvollUmgebungen und Tätigkeiten mit vielen GeräuschenBetont das Entstehen von Geräuschen, nicht unbedingt eine deutlich verständliche Stimme.
vernehmlichRufen und ÄußerungenHebt Hörbarkeit hervor. Ein vernehmlicher Satz muss nicht besonders laut sein, wenn die Umgebung still ist.
lärmendals störend empfundenem geräuschvollem VerhaltenEnthält eine stärkere Wertung und passt nicht zu jeder notwendigen lauten Warnung.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die Gruppe räumt laut die Stühle weg.“
Alternative: „Die Gruppe räumt geräuschvoll die Stühle weg.“

Geräuschvoll benennt die hörbaren Begleitgeräusche deutlicher. Ob die Gruppe absichtlich stört oder ob die Stühle unvermeidlich schaben, bleibt ohne weitere Angaben offen.

Ausgangssatz: „Sie ruft den Namen laut in den Flur.“
Alternative: „Sie ruft den Namen vernehmlich in den Flur.“

Vernehmlich betont, dass der Ruf gehört werden kann. Die Alternative schwächt möglicherweise das Ausmaß der Lautstärke ab und eignet sich nicht als genaue Angabe einer Schallstärke.

Hier passt der Austausch nicht: In „Zweifel werden laut“ geht es um das offene Äußern oder Bekanntwerden. Niemand muss dafür schreien. Auch laut in „laut Bericht“ ist eine andere Verwendung: Es bedeutet dem Bericht zufolge und beschreibt keinen Klang.

Eine laute Stimme beweist keine aggressive Haltung. Für eine Personenbeschreibung zählen Anlass, Worte und Gesprächsverhalten zusammen. Ein notwendiger Ruf über einen Platz ist anders zu beurteilen als wiederholtes Übertönen eines Gesprächspartners.

Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
Aggressiv
Kann angreifendes oder feindseliges Verhalten beschreiben. Laut bezeichnet zunächst Klang und hörbare Wirkung; beides kann zusammenfallen, muss es aber nicht.
Direkt
Kann eine unverblümte, eindeutige Ausdrucksweise bezeichnen. Eine direkte Aussage kann leise sein; eine laute Äußerung kann unklar bleiben.
Kommunikativ
Beschreibt Freude oder Fähigkeit am sprachlichen Austausch. Lautstärke sagt nicht, ob jemand anderen zuhört oder eine Verständigung fördert.

Schreibung und Grammatik

Die Steigerung lautet lauter, am lautesten, ohne Umlaut. Formen sind ein lauter Ruf, eine laute Stimme und lautes Lachen. In sie spricht laut wird das Adjektiv adverbial verwendet. Davon zu unterscheiden ist die gleich geschriebene Präposition in laut Bericht; dort bedeutet laut dem Bericht zufolge und bezeichnet keine Lautstärke. Das Nomen der Laut wird großgeschrieben.

Beugung von laut

Diese Formen gelten ausschließlich für den adjektivischen Gebrauch vor einem Nomen.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativlauterlautelauteslaute
Genitivlautenlauterlautenlauter
Dativlautemlauterlautemlauten
Akkusativlautenlautelauteslaute
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativlautelautelautelauten
Genitivlautenlautenlautenlauten
Dativlautenlautenlautenlauten
Akkusativlautenlautelautelauten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativlauterlautelauteslauten
Genitivlautenlautenlautenlauten
Dativlautenlautenlautenlauten
Akkusativlautenlautelauteslauten

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Herkunft und Wortbildung

Duden nennt mittelhochdeutsch lūt und althochdeutsch (h)lūt. Die ältere Form wird als Partizipialbildung zu einem Verb mit der Bedeutung hören erklärt und bedeutete ursprünglich gehört. Der heutige Gebrauch hebt besonders die Stärke des hörbaren Eindrucks hervor. Übertragungen beziehen diese Auffälligkeit auch auf andere Wahrnehmungen oder auf öffentlich geäußerte Gedanken.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur kommentiert die Beiträge anderer mit kräftiger Stimme und unterbricht sie wiederholt. Ihr Auftreten ist laut und nimmt viel Raum ein. Soll zusätzlich Rücksichtslosigkeit beschrieben werden, sollten die Unterbrechungen und die Reaktionen der anderen belegt werden. Eine einzelne laute Warnung aus größerer Entfernung wäre dafür kein entsprechender Nachweis.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Laut in der Übersicht der Charaktereigenschaften