plump

Plump: Bei Bewegungen unbeholfen oder schwerfällig; bei Äußerungen und Vorgehensweisen ungeschickt, grob oder leicht durchschaubar. Wörtlich kann das Wort auch eine massige, wenig gegliederte Form bewerten.

Was bedeutet plump?

Plump kann eine ungeschickte Bewegung beschreiben, etwa wenn jemand unkontrolliert in eine enge Situation gerät. Das Wort enthält dabei oft eine abwertende Beobachterperspektive. Aus einer einzelnen ungeschickten Bewegung lässt sich weder fehlende Intelligenz noch ein moralischer Charakterzug ableiten.

Bei Sprache oder Vorgehen meint plump eine wenig geschickte, grobe Art. Eine plumpe Ausrede ist leicht als vorgeschoben erkennbar; eine plumpe Anspielung lässt Takt vermissen. Entscheidend sind hier die Form und die Wirkung, nicht die Körpergestalt der Person.

Die körper- oder formbezogene Bedeutung ist davon zu trennen. Wenn ein Gegenstand plump wirkt, erscheint seine Form massig oder wenig fein gegliedert. Bei Menschen kann diese Wortwahl verletzend sein und darf nicht zum Beleg innerer Eigenschaften gemacht werden. Für die Charakterisierung ist das konkret gezeigte Verhalten aussagekräftiger.

Auf den PunktTrenne Körperform, Bewegung und soziale Ungeschicklichkeit. Keine dieser Beobachtungen erklärt automatisch die anderen.

Beispiele und Verwendung

Er erfand eine plumpe Ausrede, obwohl alle seinen vorherigen Plan kannten.

So ist es gemeint: Der Täuschungsversuch ist wenig geschickt und leicht durchschaubar.

Ihre plumpe Anspielung machte die private Angelegenheit vor allen zum Thema.

So ist es gemeint: Die Wortwahl bezeichnet fehlenden Takt im Umgang.

Das neue Gehäuse wirkte plump, funktionierte aber zuverlässig.

So ist es gemeint: Hier wird nur die äußere Gestaltung bewertet.

Typische Verbindungen: eine plumpe Ausrede, ein plumper Trick, eine plumpe Anspielung, sich plump bewegen.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

taktlos
Benennt fehlende Rücksicht auf die Angemessenheit einer Äußerung. Plump kann zusätzlich deren grobe oder ungeschickte Form hervorheben.
dreist
Betont ein unverschämtes Überschreiten von Grenzen. Eine dreiste Handlung kann durchaus geschickt vorbereitet sein.
unbeholfen
Beschreibt fehlende Sicherheit oder Geschicklichkeit. Es enthält nicht notwendig den Vorwurf einer unredlichen Absicht.

geschickt passt zum Vorgehen, dezent zum zurückhaltenden Ausdruck. Eine zierliche Erscheinung ist dagegen kein Beleg für soziale Gewandtheit.

Plump in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Erzählung möchte Tobias eine unbeliebte Aufgabe vermeiden. Er behauptet, die Nachricht nicht erhalten zu haben, obwohl er sie kurz zuvor in der Gruppe kommentiert hat. Als eine Kollegin ihn daran erinnert, wiederholt er seine Behauptung ohne Erklärung.

  1. Beobachtung: Tobias verwendet eine Ausrede, die einem für alle sichtbaren früheren Verhalten widerspricht.
  2. Deutung: Der Täuschungsversuch ist plump, weil der Widerspruch leicht erkennbar bleibt und nicht aufgeklärt wird.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene belegt diesen ungeschickten Versuch. Sie sagt nichts über Tobias körperliche Beweglichkeit oder seine allgemeinen geistigen Fähigkeiten.

Musterformulierung

Tobias versucht sich mit einer plumpen Ausrede der Aufgabe zu entziehen. Seine Behauptung, die Nachricht nicht erhalten zu haben, widerspricht dem eigenen sichtbaren Kommentar. Die leichte Durchschaubarkeit begründet das Adjektiv; ein umfassendes Urteil über seine Fähigkeiten wäre daraus nicht abzuleiten.

Der Absatz benennt den konkreten Widerspruch und hält die verschiedenen Bedeutungsbereiche des Wortes auseinander.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
plump
Verwandtes Nomen
die Plumpheit

Plump ist einsilbig. Bei der Beugung werden Endungen angefügt: ein plumper Versuch, eine plumpe Ausrede. Der Superlativ lautet am plumpesten; die Grundform bleibt nach wirken ungebeugt.

Grundformplump
Komparativplumper
Superlativam plumpesten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativplumperplumpeplumpesplumpe
Genitivplumpenplumperplumpenplumper
Dativplumpemplumperplumpemplumpen
Akkusativplumpenplumpeplumpesplumpe
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder plumpedie plumpedas plumpedie plumpen
Genitivdes plumpender plumpendes plumpender plumpen
Dativdem plumpender plumpendem plumpenden plumpen
Akkusativden plumpendie plumpedas plumpedie plumpen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein plumpereine plumpeein plumpeskeine plumpen
Genitiveines plumpeneiner plumpeneines plumpenkeiner plumpen
Dativeinem plumpeneiner plumpeneinem plumpenkeinen plumpen
Akkusativeinen plumpeneine plumpeein plumpeskeine plumpen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Das Wort wurde aus dem Niederdeutschen übernommen und steht historisch mit einer lautmalenden Form in Verbindung, wie sie auch bei plumps erkennbar ist. Die heutigen Bedeutungen reichen von massiger Form und schwerfälliger Bewegung bis zu ungeschicktem oder dreistem Vorgehen.

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