reumütig

Eigenes als falsch erkanntes Handeln tief bedauernd oder dieses Bedauern zum Ausdruck bringend.

Was bedeutet reumütig?

Reumütig beschreibt jemanden, der eigenes Handeln im Nachhinein als falsch empfindet und darüber tiefes Bedauern zeigt. Das Wort kann eine innere Haltung und ebenso deren Ausdruck bezeichnen: ein reumütiges Geständnis, eine entsprechende Bitte oder eine Rückkehr nach einem Fehlverhalten. Entscheidend ist, dass sich das Bedauern auf das eigene Tun bezieht und nicht nur auf einen unangenehmen Ausgang.

Wer ausschließlich bereut, entdeckt worden zu sein, bedauert zunächst die Folgen für sich selbst. Das ist nicht ohne Weiteres dieselbe Haltung wie die Einsicht, einem anderen Unrecht getan zu haben. Auch eine Entschuldigung kann ehrlich oder nur zweckmäßig sein. Für eine genaue Beschreibung sind deshalb Worte, Verhalten und spätere Entscheidungen zusammen zu betrachten. Reue garantiert weder sofortige Wiedergutmachung noch einen dauerhaften Wandel, kann aber dessen Ausgangspunkt sein.

Drei Beispiele für reumütig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Sie gab reumütig zu, die Nachricht weitergeleitet zu haben, und erklärte, warum sie den Vertrauensbruch inzwischen als falsch erkannte.“

Das Bedauern richtet sich auf die eigene Handlung und ihren Schaden. Die Einsicht wird ausdrücklich benannt.

„Er sprach reumütig, wiederholte dieselbe Täuschung jedoch am nächsten Tag.“

Äußerung und späteres Verhalten stehen in Spannung. Die Szene kann Zweifel daran wecken, wie ernst die gezeigte Reue war.

„Die Figur beklagte nur den verlorenen Vorteil; ob sie wirklich reumütig war, ließ die Erzählung offen.“

Die Unterscheidung zwischen eigenem Nachteil und moralischem Bedauern verhindert eine voreilige Deutung.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Beschämt
Benennt das Gefühl der Scham, das etwa durch Bloßstellung entstehen kann. Reumütig richtet sich spezifischer auf das als falsch erkannte eigene Tun.
Bedauernd
Ist weiter gefasst: Man kann auch einen ausgefallenen Ausflug bedauern. Reumütig enthält stärker den Bezug auf eigene Verantwortung und ein als falsch empfundenes Handeln.
Schuldbewusst
Betont das Bewusstsein eigener Schuld. Reumütig hebt zusätzlich das Bedauern und häufig dessen erkennbaren Ausdruck hervor.

Schreibung und Grammatik

Reumütig wird zusammengeschrieben, mit eu im ersten und ü im zweiten Bestandteil. Formen sind ein reumütiger Mensch, eine reumütige Bitte und reumütiges Eingestehen. Die Steigerung lautet reumütiger, am reumütigsten. Zur Wortfamilie gehören Reue und bereuen. In sie antwortete reumütig beschreibt das Adjektiv die Art ihrer Antwort.

Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Reumütig ist eine Bildung zu Reue mit dem Bestandteil -mütig. Duden nennt für Reue mittelhochdeutsch riuwe und althochdeutsch (h)riuwa, ursprünglich im Sinne von seelischem Schmerz; die weitere Herkunft bleibt ungeklärt. Für den heutigen Ausdruck ist das Bedauern über als falsch erkanntes eigenes Verhalten maßgeblich.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur nennt ihren Vertrauensbruch ohne Ausrede, erkennt seine Folgen an und bemüht sich, weiteren Schaden zu verhindern. Das kann eine reumütige Haltung stützen. Zeigt der Text nur gesenkte Augen oder eine leise Stimme, ist die Aussage unsicherer. Dann sollte die Analyse zwischen einem reumütigen Eindruck und einer belegten Einsicht unterscheiden.

Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Reumütig in der Übersicht der Charaktereigenschaften