übellaunig

Übellaunig: Deutlich schlecht gelaunt und verärgert, oft mit gereizter Wirkung auf andere.

Was bedeutet übellaunig?

Übellaunig beschreibt eine negative Stimmung, die im Verhalten bemerkbar wird. Eine Person antwortet mürrisch, reagiert rasch genervt oder begegnet harmlosen Fragen mit sichtbarem Unmut. Das Wort kann einen momentanen Zustand oder ein wiederkehrendes Auftreten bezeichnen.

Die schlechte Laune erklärt sich nicht von selbst. Belastung, Ärger oder Enttäuschung sind mögliche, aber nicht ohne Beleg feststehende Ursachen. Auch eine freundliche Person kann übellaunig sein; Stimmung und dauerhafter Charakter sind zu trennen.

Auf den PunktÜbellaunig bezeichnet eine ausgeprägt schlechte Stimmung. Für ein dauerhaftes Charakterurteil braucht es mehr als einen missmutigen Moment.

Beispiele und Verwendung

Übellaunig schob er den Stuhl zurück und antwortete nur knapp.

So ist es gemeint: Die Stimmung wird im Verhalten sichtbar.

Nach dem misslungenen Morgen war sie ungewöhnlich übellaunig.

So ist es gemeint: Der Satz markiert eine Abweichung vom sonstigen Verhalten.

Seine übellaunigen Kommentare dämpften die Vorfreude der Gruppe.

So ist es gemeint: Das Beispiel nennt eine Wirkung auf andere.

Typische Verbindungen: übellaunig sein, übellaunig reagieren, ein übellauniger Kommentar, übellaunig dreinblicken.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

mürrisch
Betont das verschlossene, unfreundliche Äußern von Unmut.
gereizt
Hebt die geringe Schwelle für ärgerliche Reaktionen hervor.
pessimistisch
Bezeichnet negative Erwartungen und nicht notwendig eine aktuelle schlechte Laune.

Gut gelaunt, heiter und freundlich gestimmt sind passende Gegenbeschreibungen.

Übellaunig in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte muss Tessa nach einer ausgefallenen Fahrt lange im Bahnhof warten. Auf die Frage ihrer Freundin nach einem Café antwortet sie mit einem Seufzen, beanstandet jeden Sitzplatz und macht abfällige Bemerkungen über die Musik. Nachdem beide endlich sitzen und essen, wird ihr Ton allmählich freundlicher.

  1. Beobachtung: Tessa reagiert zunächst wiederholt missmutig auf Vorschläge und Nebensächlichkeiten.
  2. Deutung: Sie wirkt während der Wartezeit übellaunig; die spätere Veränderung zeigt einen vorübergehenden Zustand.
  3. Grenze der Aussage: Der Ausfall ist ein plausibler Zusammenhang, aber keine vollständige Erklärung ihres Innenlebens. Eine dauerhafte Unfreundlichkeit ist nicht belegt.

Musterformulierung

Tessa erscheint in der Wartephase übellaunig. Ihre Seufzer und abwertenden Kommentare lassen selbst einfache Vorschläge anstrengend werden. Später hellt sich ihr Ton auf. Die Szene zeigt daher eine zeitweilige schlechte Stimmung und rechtfertigt kein unveränderliches Urteil über ihre gesamte Art.

Die Analyse beachtet sowohl die Wirkung auf andere als auch die erkennbare Stimmungsänderung.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
übel·lau·nig
Wortgruppe mit Nomen
die schlechte Laune

Das Adjektiv wird zusammengeschrieben: übellaunig. Es heißt ein übellauniger Gast und mit übellaunigen Bemerkungen.

Grundformübellaunig
Komparativübellauniger
Superlativam übellaunigsten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativübellaunigerübellaunigeübellaunigesübellaunige
Genitivübellaunigenübellaunigerübellaunigenübellauniger
Dativübellaunigemübellaunigerübellaunigemübellaunigen
Akkusativübellaunigenübellaunigeübellaunigesübellaunige
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder übellaunigedie übellaunigedas übellaunigedie übellaunigen
Genitivdes übellaunigender übellaunigendes übellaunigender übellaunigen
Dativdem übellaunigender übellaunigendem übellaunigenden übellaunigen
Akkusativden übellaunigendie übellaunigedas übellaunigedie übellaunigen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein übellaunigereine übellaunigeein übellaunigeskeine übellaunigen
Genitiveines übellaunigeneiner übellaunigeneines übellaunigenkeiner übellaunigen
Dativeinem übellaunigeneiner übellaunigeneinem übellaunigenkeinen übellaunigen
Akkusativeinen übellaunigeneine übellaunigeein übellaunigeskeine übellaunigen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Übellaunig verbindet übel im Sinne von schlecht mit der Wortfamilie von Laune. Es bezeichnet damit eine deutlich schlechte Stimmung, keine moralisch böse Gesinnung.

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