unglaubwürdig

Unglaubwürdig: Nicht geeignet, Vertrauen in die Wahrheit einer Aussage oder die Verlässlichkeit einer Darstellung zu wecken.

Was bedeutet unglaubwürdig?

Unglaubwürdig kann eine Aussage, eine Geschichte oder eine aussagende Person erscheinen. Widersprüche, wechselnde Versionen oder unpassende Einzelheiten können Zweifel begründen. Das Wort betrifft zunächst die Glaubhaftigkeit aus Sicht der Beurteilenden.

Unglaubwürdig ist nicht gleich nachweislich falsch oder absichtlich gelogen. Eine wahre Begebenheit kann ungewöhnlich klingen, und ein unsicheres Auftreten kann verschiedene Ursachen haben. Eine Analyse sollte deshalb konkrete Gründe für den Zweifel nennen und den Grad der Gewissheit nicht übertreiben.

Auf den PunktUnglaubwürdig begründet Zweifel, aber noch keinen sicheren Lügennachweis.

Beispiele und Verwendung

Die Erklärung wirkte unglaubwürdig, weil sich Zeit und Ort mehrfach änderten.

So ist es gemeint: Konkrete Widersprüche stützen die Zweifel.

Ihre wahre Geschichte klang zunächst unglaubwürdig, bis ein Foto den Ablauf bestätigte.

So ist es gemeint: Glaubhaftigkeit und tatsächliche Wahrheit können auseinanderfallen.

Ein zögernder Ton allein machte den Bericht nicht unglaubwürdig.

So ist es gemeint: Die Vortragsweise genügt nicht als Beweis.

Typische Verbindungen: unglaubwürdig klingen, eine unglaubwürdige Erklärung, unglaubwürdig wirken, einen Bericht unglaubwürdig finden.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

unehrlich
Behauptet eine unredliche oder bewusst irreführende Haltung, für die zusätzliche Hinweise nötig sind.
unplausibel
Betont mangelnde Nachvollziehbarkeit einer Erklärung.
unzuverlässig
Ist weiter und kann auch die Nichteinhaltung von Zusagen oder Pflichten betreffen.

Glaubwürdig und plausibel sind Gegenbegriffe. Auch eine glaubwürdige Darstellung sollte bei entscheidenden Fragen geprüft werden.

Unglaubwürdig in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte erklärt Leon, er habe den verlorenen Schlüssel am Morgen im Büro gesehen. Wenig später sagt er, er sei an diesem Tag gar nicht dort gewesen. Auf die Nachfrage verschiebt er die Beobachtung zunächst auf den Vorabend und dann auf eine Nachricht eines Kollegen. Eine eindeutige Klärung liefert die Szene nicht.

  1. Beobachtung: Leon verändert Zeitpunkt und Grundlage seiner Behauptung mehrfach.
  2. Deutung: Seine Darstellung wirkt unglaubwürdig, weil die Versionen nicht ohne zusätzliche Erklärung zusammenpassen.
  3. Grenze der Aussage: Ob er bewusst lügt, sich falsch erinnert oder die Information verwechselt, bleibt offen. Der Zweifel darf nicht zu einem sicheren Motiv ausgebaut werden.

Musterformulierung

Leons Bericht wirkt unglaubwürdig, weil er Zeitpunkt und Herkunft seiner Beobachtung mehrfach verändert. Die Widersprüche begründen Zweifel an der Darstellung. Eine bewusste Lüge ist damit jedoch noch nicht nachgewiesen, da der Text keine eindeutige Ursache der wechselnden Angaben nennt.

Der Absatz unterscheidet die begründete Bewertung der Aussage von einer unbelegten Behauptung über die Absicht.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·glaub·wür·dig
Verwandtes Nomen
die Unglaubwürdigkeit

Es heißt ein unglaubwürdiger Bericht und mit unglaubwürdigen Angaben. Das Wort enthält das Grundwort würdig mit ü.

Grundformunglaubwürdig
Komparativunglaubwürdiger
Superlativam unglaubwürdigsten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativunglaubwürdigerunglaubwürdigeunglaubwürdigesunglaubwürdige
Genitivunglaubwürdigenunglaubwürdigerunglaubwürdigenunglaubwürdiger
Dativunglaubwürdigemunglaubwürdigerunglaubwürdigemunglaubwürdigen
Akkusativunglaubwürdigenunglaubwürdigeunglaubwürdigesunglaubwürdige
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder unglaubwürdigedie unglaubwürdigedas unglaubwürdigedie unglaubwürdigen
Genitivdes unglaubwürdigender unglaubwürdigendes unglaubwürdigender unglaubwürdigen
Dativdem unglaubwürdigender unglaubwürdigendem unglaubwürdigenden unglaubwürdigen
Akkusativden unglaubwürdigendie unglaubwürdigedas unglaubwürdigedie unglaubwürdigen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein unglaubwürdigereine unglaubwürdigeein unglaubwürdigeskeine unglaubwürdigen
Genitiveines unglaubwürdigeneiner unglaubwürdigeneines unglaubwürdigenkeiner unglaubwürdigen
Dativeinem unglaubwürdigeneiner unglaubwürdigeneinem unglaubwürdigenkeinen unglaubwürdigen
Akkusativeinen unglaubwürdigeneine unglaubwürdigeein unglaubwürdigeskeine unglaubwürdigen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Un- verneint glaubwürdig, also die Eignung, Glauben oder Vertrauen in eine Darstellung zu verdienen. Die Bildung erklärt, weshalb das Wort zunächst die Beurteilung einer Aussage betrifft.

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