unnachgiebig

Unnachgiebig: Trotz Bitten, Druck oder Gegenargumenten nicht zu einem Nachgeben bereit.

Was bedeutet unnachgiebig?

Unnachgiebig bleibt jemand, der eine Forderung, Grenze oder Entscheidung nicht lockert. Das Wort lässt zunächst offen, ob diese Festigkeit gerechtfertigt ist. Sie kann Schutz vor Druck bedeuten, aber auch eine unnötig harte Weigerung, berechtigte Anliegen zu berücksichtigen.

Entscheidend ist, woran die Person festhält und welche Gründe vorliegen. Unnachgiebigkeit ist nicht gleichbedeutend mit Lautstärke oder Aggressivität. Auch eine ruhige Antwort kann jede Verhandlung ausschließen.

Auf den PunktUnnachgiebig beschreibt fehlende Bereitschaft zum Nachgeben. Ob das Standhaftigkeit oder Starrheit ist, entscheidet der Anlass.

Beispiele und Verwendung

Bei der Sicherheitsregel blieb sie unnachgiebig.

So ist es gemeint: Die feste Grenze betrifft einen bestimmten Bereich.

Er wies auch den letzten Kompromiss unnachgiebig zurück.

So ist es gemeint: Die Ablehnung bleibt trotz eines veränderten Angebots bestehen.

Mit ruhiger Stimme wiederholte sie ihre unnachgiebige Forderung.

So ist es gemeint: Härte in der Sache benötigt keinen lauten Ton.

Typische Verbindungen: unnachgiebig bleiben, eine unnachgiebige Haltung, unnachgiebig auf etwas bestehen, unnachgiebig fordern.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

standhaft
Bewertet das Festhalten häufig positiv als Widerstand gegen Druck.
stur
Betont meist abwertend das Festhalten trotz guter Gegengründe.
konsequent
Beschreibt die folgerichtige Anwendung eines Maßstabs; dabei können begründete Ausnahmen möglich sein.

Nachgiebig und kompromissbereit bezeichnen mögliche Gegenhaltungen, ohne dass sie in jeder Lage besser wären.

Unnachgiebig in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte organisiert Eda eine Klettergruppe. Ein erfahrener Teilnehmer will auf die vereinbarte Kontrolle seiner Ausrüstung verzichten, weil alle warten. Eda bietet an, die Kontrolle sofort zu übernehmen, lässt ihn aber vorher nicht starten. Auch seine scherzhafte Bemerkung, sie solle sich nicht so anstellen, verändert ihre Entscheidung nicht.

  1. Beobachtung: Eda hält an der Kontrolle fest und weist den sozialen Druck zurück, bietet aber eine rasche Durchführung an.
  2. Deutung: Sie handelt in der Sicherheitsfrage unnachgiebig. Ihr Verhalten verbindet eine feste Grenze mit einer praktischen Lösung.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene belegt keine allgemeine Unfähigkeit zum Kompromiss. Die Unnachgiebigkeit ist auf eine begründete Regel beschränkt.

Musterformulierung

Eda bleibt bei der Ausrüstungskontrolle unnachgiebig. Weder die Wartezeit noch der spöttische Einwand bringen sie dazu, auf die Kontrolle zu verzichten. Da sie zugleich eine schnelle Durchführung anbietet, wirkt ihre Haltung sachlich begründet. Eine generelle Starrheit lässt sich aus dieser einzelnen Sicherheitsentscheidung nicht ableiten.

Die Deutung zeigt, warum das gleiche Wort hier positiv verstanden werden kann, ohne seine Bedeutung zu verändern.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·nach·gie·big
Verwandtes Nomen
die Unnachgiebigkeit

Es heißt eine unnachgiebige Haltung und mit unnachgiebigem Ernst. Eine häufige Ergänzung ist in einer Frage unnachgiebig sein.

Grundformunnachgiebig
Komparativunnachgiebiger
Superlativam unnachgiebigsten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativunnachgiebigerunnachgiebigeunnachgiebigesunnachgiebige
Genitivunnachgiebigenunnachgiebigerunnachgiebigenunnachgiebiger
Dativunnachgiebigemunnachgiebigerunnachgiebigemunnachgiebigen
Akkusativunnachgiebigenunnachgiebigeunnachgiebigesunnachgiebige
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder unnachgiebigedie unnachgiebigedas unnachgiebigedie unnachgiebigen
Genitivdes unnachgiebigender unnachgiebigendes unnachgiebigender unnachgiebigen
Dativdem unnachgiebigender unnachgiebigendem unnachgiebigenden unnachgiebigen
Akkusativden unnachgiebigendie unnachgiebigedas unnachgiebigedie unnachgiebigen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein unnachgiebigereine unnachgiebigeein unnachgiebigeskeine unnachgiebigen
Genitiveines unnachgiebigeneiner unnachgiebigeneines unnachgiebigenkeiner unnachgiebigen
Dativeinem unnachgiebigeneiner unnachgiebigeneinem unnachgiebigenkeinen unnachgiebigen
Akkusativeinen unnachgiebigeneine unnachgiebigeein unnachgiebigeskeine unnachgiebigen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Die Bildung verneint nachgiebig, also die Bereitschaft nachzugeben oder sich einer Forderung anzupassen. Im Wort bleibt der Bezug zum Verb nachgeben erkennbar.

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