untreu

Untreu: Eine bestehende Treuebindung oder Verpflichtung verletzend; in Beziehungen: gegen vereinbarte partnerschaftliche Treue handelnd.

Was bedeutet untreu?

Untreu kann eine Person gegenüber einem Partner, einem Freund oder den eigenen Grundsätzen werden. Gemeint ist ein Bruch mit einer Bindung oder Verpflichtung, auf deren Fortbestand vertraut wurde. Welche Bindung besteht, muss aus dem Zusammenhang hervorgehen.

In partnerschaftlichen Beziehungen hängt der Vorwurf von den getroffenen Vereinbarungen ab. Nicht jeder Kontakt zu anderen ist Untreue. Auch ein begründeter Wandel von Überzeugungen ist nicht automatisch ein Treuebruch; der Ausdruck enthält bereits eine wertende Sicht auf die Veränderung.

Auf den PunktUntreu setzt eine relevante Treuebindung voraus. Die verletzte Vereinbarung oder Verpflichtung muss benannt werden.

Beispiele und Verwendung

Er wurde seiner Partnerin untreu und brach damit ihre ausdrückliche Vereinbarung.

So ist es gemeint: Der Bezug auf die vereinbarte Treue macht den Vorwurf verständlich.

Mit der heimlichen Absprache wurde sie ihren eigenen Grundsätzen untreu.

So ist es gemeint: Das Wort bezeichnet einen Widerspruch zur bisherigen Haltung.

Du bist unserem Spieleabend untreu geworden, scherzte sie.

So ist es gemeint: Hier wird eine ausbleibende Gewohnheit scherzhaft als Treuebruch dargestellt.

Typische Verbindungen: jemandem untreu werden, seinen Grundsätzen untreu werden, ein untreuer Partner, untreu sein.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

illoyal
Betont mangelnde Loyalität gegenüber Personen oder Gruppen, auch ohne partnerschaftlichen Bezug.
unzuverlässig
Ist weiter und kann jede nicht eingehaltene Zusage betreffen.
verräterisch
Ist häufig stärker und legt die Preisgabe oder Schädigung einer verbundenen Person oder Sache nahe.

Treu, loyal und den eigenen Grundsätzen verpflichtet sind mögliche Gegenbeschreibungen.

Untreu in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte verspricht Miro seiner Freundin, eine ihm anvertraute persönliche Nachricht nicht weiterzugeben. Später erzählt er sie einer Gruppe, um mit seinem Wissen Eindruck zu machen. Als die Freundin davon erfährt, behauptet er zunächst, ihre Bitte sei nicht so ernst gemeint gewesen. Die frühere Szene zeigt jedoch die eindeutige Zusage.

  1. Beobachtung: Miro bricht eine ausdrücklich gegebene Zusage und versucht anschließend, ihren Umfang zu verkleinern.
  2. Deutung: Er erweist sich in dieser Freundschaft als untreu gegenüber einer konkreten Vertrauensbindung.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene betrifft Vertraulichkeit und Freundschaft, nicht partnerschaftliche Sexualtreue. Das Wort muss entsprechend eingeordnet werden.

Musterformulierung

Miro wird dem Vertrauen seiner Freundin untreu, indem er die ausdrücklich vertrauliche Nachricht zur eigenen Selbstdarstellung weitergibt. Seine spätere Erklärung widerspricht der zuvor erzählten Zusage. Die Bewertung bezieht sich auf diesen konkreten Bruch einer Freundschaftspflicht und nicht auf andere Bedeutungen von Untreue.

Der Absatz nennt die Bindung, den Bruch und den Beleg für dessen Bewusstheit.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·treu
Verwandtes Nomen
die Untreue

Die Ergänzung steht häufig im Dativ: jemandem untreu sein. Es heißt ein untreuer Freund und mit einem untreuen Partner. Ein einzelner Treuebruch ist als solcher keine Mengenangabe; die Steigerung kann eine stärkere Neigung oder häufigeres Verhalten vergleichen.

Grundformuntreu
Komparativuntreuer
Superlativam untreuesten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativuntreueruntreueuntreuesuntreue
Genitivuntreuenuntreueruntreuenuntreuer
Dativuntreuemuntreueruntreuemuntreuen
Akkusativuntreuenuntreueuntreuesuntreue
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder untreuedie untreuedas untreuedie untreuen
Genitivdes untreuender untreuendes untreuender untreuen
Dativdem untreuender untreuendem untreuenden untreuen
Akkusativden untreuendie untreuedas untreuedie untreuen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein untreuereine untreueein untreueskeine untreuen
Genitiveines untreueneiner untreueneines untreuenkeiner untreuen
Dativeinem untreueneiner untreueneinem untreuenkeinen untreuen
Akkusativeinen untreueneine untreueein untreueskeine untreuen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Untreu verneint treu in dessen Bedeutung einer Person, Bindung oder Überzeugung beständig verbunden. Daraus erklären sich die partnerschaftliche und die weiter gefasste Verwendung.

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