ade
Form & Grammatik
Interjektion- Stichwort
- ade
- Worttrennung
- ade
Veraltender, regional weiterhin gebräuchlicher Abschiedsgruß. Keine Trennung a·de am Zeilenende.
Gebrauch: Unveränderliche Interjektion; keine Deklination, Konjugation oder Steigerung.
Ade ist ein Abschiedsgruß, ähnlich wie auf Wiedersehen oder leb wohl. Regional ist er weiter im Alltag zu hören; in anderen Zusammenhängen kann er älter klingen.
Bedeutung
1 Sich verabschieden
Mit ade beendet man eine Begegnung oder einen Austausch. Der Gruß selbst sagt nicht, wie bald man sich wiedersehen wird. Seine Wirkung hängt auch davon ab, ob er in der jeweiligen Region zum gewöhnlichen Sprachgebrauch gehört.
„Ade, ich melde mich nach der Reise wieder.“
Der erste Teil verabschiedet sich. Erst die Fortsetzung kündigt einen späteren Kontakt an.
Ade und andere Abschiedsgrüße
Tschüs und auf Wiedersehen
Tschüs passt ebenfalls zum lockeren Abschied. Auf Wiedersehen wirkt häufig neutraler oder förmlicher. „Auf Wiedersehen, danke für das Gespräch“ kann in einer ersten Begegnung gut passen, ohne die Beziehung besonders vertraut erscheinen zu lassen.
Leb wohl und bis morgen
Leb wohl kann einen ernsteren oder endgültiger klingenden Abschied ausdrücken. Bis morgen stellt einen konkreten nächsten Tag in Aussicht. Keine dieser zusätzlichen Nuancen ist automatisch in jedem ade enthalten.
Beispiele und Verwendung
„An der Gartentür winkt die Nachbarin und ruft: Ade!“ Die Handlung legt einen Abschied nahe. Ob das Wort für die Figur alltäglich oder bewusst altmodisch ist, muss der Erzählzusammenhang zeigen.
„Ade und eine gute Fahrt!“ Der Wunsch ergänzt die Verabschiedung. Der Gruß allein enthält noch keine Aussage darüber, wohin die andere Person reist.
Ade ist hier als regionale und ältere Alltagssprache eingeordnet. Sein Gebrauch erlaubt keine sichere Aussage über das Alter der sprechenden Person.
Grammatik und Beugung
Ade ist eine unveränderliche Interjektion. Obwohl es zwei gesprochene Silben hat, bleibt ade am Zeilenende ungetrennt. Die Trennung eines einzelnen Anfangsbuchstabens wird hier nicht angesetzt.
Der Gruß erhält keine Personen- oder Mehrzahlendung: Man kann einer Person oder mehreren Personen ade sagen. Im angeführten Gruß ist auch Großschreibung möglich. Die substantivische Verwendung „ein letztes Ade“ ist davon grammatisch zu unterscheiden.
Was bedeutet einer Sache ade sagen?
Einer Sache ade sagen bedeutet, sich von ihr zu lösen oder sie aufzugeben. „Nach dem Umzug sagte er dem täglichen Pendeln ade“ beschreibt, dass er diese Gewohnheit beendet hat. Die Wendung ist umgangssprachlich und behandelt eine Sache bildlich wie jemanden, von dem man sich verabschiedet.
Auch die Schreibung einer Sache Ade sagen ist möglich. Diese feste Verbindung ist von einem wörtlichen Gruß an eine Person zu unterscheiden. Sie macht den hier erklärten Ausruf nicht zu einem regelmäßig gebeugten Substantiv.
