am meisten

Am meisten wird als Superlativ mit kleinem m geschrieben. Die Wendung gehört zu viel – mehr – am meisten und bezeichnet die größte Menge oder das höchste Ausmaß: „Diese Aufgabe braucht am meisten Zeit.“

Menge, Stärke oder Anteil vergleichen

Mit am meisten wird etwas innerhalb einer Vergleichsgruppe hervorgehoben. Das kann eine zählbare oder messbare Menge sein, etwa Zeit oder Geld. Auch ein Gefühl kann im stärksten Ausmaß betroffen sein: „Über den Besuch habe ich mich am meisten gefreut.“ Nicht jede solche Aussage lässt sich in Zahlen ausdrücken.

Die Vergleichsgruppe muss aus dem Zusammenhang erkennbar sein. „Diese Seite wird am meisten gelesen“ bleibt ohne Bezug ungenau: Geht es um alle Seiten eines Hefts, um Seiten einer Website oder nur um drei verglichene Texte? Für nachvollziehbare Aussagen lohnt es sich, den Bereich zu nennen.

Superlativ mit kleinem m

In der üblichen Superlativform bleibt meisten klein. Am bildet hier zusammen mit dem folgenden Wort die Steigerungsform und steht nicht für ein beliebig austauschbares an dem. Die Schreibung folgt demselben Grundmuster wie am besten.

Davon zu trennen ist die meisten, etwa in „Die meisten stimmen zu“. Diese Form wird gewöhnlich ebenfalls klein geschrieben; bei bewusst substantivischer Verwendung ist die Meisten möglich. Daraus folgt aber keine freie Wahl zwischen am meisten und am Meisten für den hier behandelten Superlativ.

Viel, mehr, am meisten

StufeBeispiel
vielDie Vorbereitung kostet viel Zeit.
mehrDie Vorbereitung kostet mehr Zeit als die Durchführung.
am meistenVon allen Schritten kostet die Vorbereitung am meisten Zeit.

Vor einem pluralischen Nomen kann stattdessen eine gebeugte Form stehen: „Das dritte Team sammelt die meisten Punkte.“ Ohne ausgesprochenes Bezugsnomen heißt es zum Beispiel: „Das dritte Team sammelt am meisten.“ Nicht jede Form lässt sich an jeder Stelle unverändert einsetzen; entscheidend ist der Satzbau.

Drei eigene Beispiele mit Erklärung

„Von den drei Aufgaben hat mich die letzte am meisten beschäftigt.“
Die Aufgaben bilden die Vergleichsgruppe. Verglichen wird, wie stark sie gedanklich nachwirkten.

„Beim Überarbeiten hilft mir das Vorlesen am meisten.“
Eine Methode wird gegenüber anderen bevorzugt, weil sie in dieser Situation den größten Nutzen hat.

„Für die Einleitung brauche ich am meisten Zeit, obwohl sie kurz ist.“
Verglichen wird der Zeitaufwand, nicht die Länge der Textteile. Gerade dieser Unterschied macht die Aussage interessant.

Welche Wendung passt?

„___ komme ich mit dem Rad. Von allen Wegen nutze ich den am Fluss ___.“ Für die Gewohnheit passt meistens. Der Vergleich wird mit am meisten ausgedrückt. Soll ausdrücklich die Zahl der Fahrten verglichen werden, ist am häufigsten noch genauer.