auseinanderzusetzen
Auseinanderzusetzen ist der Infinitiv mit zu von auseinandersetzen und wird zusammengeschrieben. Meist geht es darum, sich gründlich mit etwas zu beschäftigen. Das Verb kann auch bedeuten, jemandem etwas ausführlich zu erklären.
Auseinander + zu + setzen
Richtig ist auseinanderzusetzen. Das trennbare Verb lautet auseinandersetzen. Beim Infinitiv mit zu wird zu zwischen den ersten Bestandteil und das Verb setzen eingefügt. Die gesamte Form bleibt ein Wort.
Der Satz „Sie versucht, sich mit dem Einwand auseinanderzusetzen“ enthält eine solche Infinitivgruppe. „Auseinander zu setzen“ ist für diese Verbform keine korrekte Alternative. Ein vorgeschaltetes Reflexivpronomen bleibt dagegen getrennt: sich auseinanderzusetzen, nicht „sichauseinanderzusetzen“.
Drei Verwendungen auseinanderhalten
| Verwendung | Eigener Beispielsatz | Ergänzung |
|---|---|---|
| sich mit etwas auseinandersetzen | Sie setzt sich mit der Kritik auseinander. | Sich plus mit + Dativ. |
| jemandem etwas auseinandersetzen | Er setzt uns die einzelnen Schritte auseinander. | Empfänger im Dativ, Inhalt im Akkusativ. |
| Personen auseinandersetzen | Die Lehrerin setzt die streitenden Kinder auseinander. | Personen räumlich voneinander getrennt platzieren. |
Bei der ersten Verwendung prüft jemand ein Thema, einen Gedanken oder einen Einwand genauer. Sich mit einer Person auseinanderzusetzen kann eine sachliche Diskussion, aber auch einen Konflikt meinen. Das Verb behauptet nicht automatisch, dass gestritten wird.
Die zweite Verwendung bedeutet ausführlich darlegen oder erklären. Sie ist nicht reflexiv: „Ich versuche, dir den Unterschied auseinanderzusetzen.“ Die dritte Bedeutung ist räumlich. Dort werden etwa zwei Kinder an verschiedene Plätze gesetzt. Den gemeinten Sinn erkennt man an den Ergänzungen.
Die Formen im Überblick
Im Hauptsatz trennt sich das Verb: Sie setzt sich damit auseinander. Im Nebensatz steht es zusammen: weil sie sich damit auseinandersetzt. Das Partizip lautet auseinandergesetzt: „Wir haben uns mit der Frage auseinandergesetzt.“
Das Reflexivpronomen richtet sich nach der Person: ich setze mich, du setzt dich, er setzt sich, wir setzen uns mit etwas auseinander. Bei einer Infinitivgruppe hängt seine Form vom Bezug im Satz ab: „Ich nehme mir Zeit, mich mit dem Text auseinanderzusetzen.“ Das Wort mich ist hier erforderlich; sich wäre falsch.
Drei eigene Beispiele
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
Die Aufgabe verlangt von dir, dich mit den Gründen für diese Meinung auseinanderzusetzen.
Die Gründe müssen geprüft und gegeneinander abgewogen werden. Auseinandersetzen meint eine gedankliche Arbeit, nicht bloß das Lesen.
Die Trainerin nahm sich Zeit, uns die neue Spielordnung auseinanderzusetzen.
Die Trainerin erklärt uns etwas. Uns ist der Empfänger, die Spielordnung der erläuterte Inhalt. Ein zusätzliches sich wäre unpassend.
Um den Streit zu unterbrechen, beschloss die Lehrerin, die Kinder auseinanderzusetzen.
Gemeint ist die räumliche Trennung der Sitzplätze. Der Satz beschreibt nicht die gedankliche Beschäftigung mit einem Thema.
In eigenen Texten genauer werden
„Der Text setzt sich mit einem Problem auseinander“ kann als Einstieg dienen, sagt aber noch wenig. Ergänze, welches Problem gemeint ist und auf welche Weise es behandelt wird: „Der Kommentar setzt sich mit den Kosten kostenloser Lernangebote auseinander, indem er verschiedene Finanzierungsmodelle vergleicht.“
Bei einer Schreibaufgabe ist das Verb eine Aufforderung zum Prüfen und Begründen. Das Ergebnis kann Zustimmung, Widerspruch oder eine abgewogene Position sein. Eine bloße Inhaltsangabe ersetzt diese gedankliche Arbeit nicht.
Kurz üben
Ergänze: „Ich versuche, ___ mit der Kritik auseinanderzusetzen.“
Lösung und Erklärung
Richtig ist mich. Der Handelnde ist ich; das Reflexivpronomen muss dazu passen. Auseinanderzusetzen wird als Infinitiv mit zu zusammengeschrieben.
Weitere Erklärungen findest du bei den Stichwörtern zu Bedeutung, Schreibweise und Verwendung.
