Autofahren oder Auto fahren
Auto fahren schreibt man getrennt, wenn die Tätigkeit mit einem Verb ausgedrückt wird: „Ich möchte Auto fahren.“ Als Nomen heißt es das Autofahren: „Beim Autofahren brauche ich volle Aufmerksamkeit.“
Die Funktion im Satz entscheidet
Die Wortgruppe Auto fahren besteht aus dem Nomen Auto und dem Verb fahren. Sie wird getrennt geschrieben. Auto bleibt als Nomen groß, fahren beginnt klein. Das gilt auch, wenn die Wörter unmittelbar nebeneinander stehen: „Morgen möchte ich Auto fahren.“
Wird die gesamte Tätigkeit dagegen als Nomen verwendet, entsteht das Autofahren. Das Wort wird dann zusammen und großgeschrieben. Einen solchen Gebrauch erkennt man oft an einem Artikel oder einer Verschmelzung wie beim für bei dem: „Beim Autofahren hört sie keine Nachrichten.“
| Form | Eigener Beispielsatz | Regel |
|---|---|---|
| Auto fahren | Ich kann Auto fahren. | Nomen und Verb bleiben getrennt. |
| Auto zu fahren | Sie beginnt, regelmäßig Auto zu fahren. | Zu steht vor dem getrennten Verb. |
| das Autofahren | Das Autofahren strengt ihn an. | Die Tätigkeit wird als Nomen gebraucht. |
| beim Autofahren | Beim Autofahren bleibt das Handy in der Tasche. | Beim enthält den Artikel dem. |
Eine Tätigkeit oder die Tätigkeit als Thema
In beiden Schreibweisen geht es grundsätzlich um das Führen eines Autos. Der Unterschied liegt in der sprachlichen Form. „Lena fährt Auto“ sagt, was Lena tut. „Das Autofahren macht Lena Spaß“ nimmt dieselbe Tätigkeit als Gegenstand einer Aussage auf.
Das Nomen Autofahren meint normalerweise die Tätigkeit allgemein und hat keinen üblichen Plural. Für einzelne Ereignisse ist Autofahrt das passende zählbare Nomen: eine Autofahrt, zwei Autofahrten. Autofahren und Autofahrt sind deshalb keine völlig austauschbaren Wörter.
Fahren beugen, Autofahren deklinieren
Als Verb wird fahren gebeugt: ich fahre, du fährst, sie fährt; ich fuhr; ich bin Auto gefahren. Im letzten Beispiel bezeichnet die Wortgruppe die ausgeübte Fortbewegung. In „Sie hat das Auto in die Garage gefahren“ wird hingegen ein konkretes Fahrzeug als Objekt genannt; diese transitive Verwendung bildet das Perfekt mit haben.
| Fall | Form | Eigener Beispielsatz |
|---|---|---|
| Nominativ | das Autofahren | Das Autofahren erfordert Konzentration. |
| Genitiv | des Autofahrens | Die Grundlagen des Autofahrens werden erklärt. |
| Dativ | dem Autofahren | Beim Autofahren bleibt sie ruhig. |
| Akkusativ | das Autofahren | Er übt das Autofahren. |
Drei Beispiele erklärt
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
Nach der langen Pause möchte Tarek wieder häufiger Auto fahren.
Das Verb hängt von möchte ab. Die Tätigkeit wird als Handlung ausgedrückt; deshalb stehen zwei Wörter.
Das ruhige Autofahren ihrer Schwester beeindruckt sie.
Der Artikel das und das Adjektiv ruhige zeigen den nominalen Gebrauch. Autofahren wird hier als Nomen näher beschrieben.
Um entspannter Auto zu fahren, plant Mara genügend Zeit ein.
Die Infinitivgruppe enthält zu. Es steht vor fahren und wird nicht in ein vermeintliches Verb autofahren eingefügt.
Eine einfache Entscheidungshilfe
Frage zuerst, ob ein Verb gebraucht wird: Kannst du eine Person einsetzen und fahren beugen? Dann heißt es etwa „wir fahren Auto“ oder „wir wollen Auto fahren“. Wird die Tätigkeit dagegen mit das, beim oder einem Adjektiv benannt, ist Autofahren die passende Form.
Die Probe ist eine Hilfe, keine Suche nach einem einzelnen Signalwort. Auch ohne sichtbaren Artikel kann ein Nomen stehen: „Autofahren ist hier nicht nötig.“ Der Ausdruck ist dann selbst das Subjekt des Satzes. Mehr zu dieser Wortart erklärt die Übersicht über Nomen und ihre Merkmale.
Kurz üben
Ergänze: „Ich möchte ___. Beim ___ muss ich mich konzentrieren.“
Lösung und Erklärung
Richtig: „Ich möchte Auto fahren. Beim Autofahren muss ich mich konzentrieren.“ Im ersten Satz steht eine Verbindung mit dem Verb fahren, im zweiten ein Nomen.
Weitere Erklärungen findest du bei den Stichwörtern zu Bedeutung, Schreibweise und Verwendung.
