Tageszeiten richtig schreiben
Tageszeiten richtig schreiben: In Verbindungen wie gestern Morgen, heute Mittag, heute Nachmittag und heute Vormittag schreibt man die Tageszeit groß; gestern, heute und morgen bleiben im Satzinneren klein.
- Eintrag
- Tageszeiten richtig schreiben
- Wortart / Thema
- Wendung / Schreibweise
Was bedeutet Tageszeiten richtig schreiben?
Eine Tageszeit kann als Nomen oder als Adverb auftreten. „Heute Mittag treffen wir uns“ bezeichnet einen bestimmten Abschnitt des heutigen Tages. „Mittags treffen wir uns“ kann dagegen eine wiederkehrende Gewohnheit ausdrücken. Die ähnliche Bedeutung führt leicht dazu, dass man die unterschiedliche Schreibung übersieht.
Gestern, heute und morgen legen den Bezugstag fest. Morgen, Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend und Nacht können den Abschnitt innerhalb dieses Tages benennen. Die Verbindung enthält dann zwei Wörter verschiedener Funktion. Besonders auffällig wird das in „morgen Morgen“: zuerst der nächste Tag, danach dessen frühe Tageszeit.
Schreibweise und typische Stolperstellen
Die Substantive bleiben nach gestern, heute oder morgen groß: gestern Morgen, heute Vormittag, heute Mittag, heute Nachmittag. Ein s am Ende kennzeichnet dagegen häufig das Zeitadverb: morgens, vormittags, mittags, nachmittags, abends, nachts.
Ein Wochentag wird mit der Tageszeit zu einem Nomen verbunden: Montagmorgen, Freitagnachmittag. Mit der Endung -s und der Bedeutung regelmäßig lautet es klein: montagmorgens, freitagnachmittags. Die Wendung heute früh ist ein eigener Fall; früh wird gewöhnlich klein geschrieben, die regionale Nomenvariante heute Früh ist ebenfalls möglich.
Grammatik und Formen
Die Zeitangabe kann am Satzanfang oder im Satzinneren stehen. „Heute Nachmittag lesen wir“ und „Wir lesen heute Nachmittag“ enthalten dieselbe Tageszeit. Nur Heute wird am Satzanfang zusätzlich groß. Eine einfache Zeitangabe erfordert kein Komma zwischen sich und dem restlichen Satz. In „Heute Nachmittag, wenn alle da sind, beginnen wir“ gehören die Kommas zum eingeschobenen Nebensatz.
| Bestimmter Abschnitt | Gewöhnliche Zeit |
|---|---|
| heute Morgen | morgens |
| heute Vormittag | vormittags |
| heute Mittag | mittags |
| heute Nachmittag | nachmittags |
| heute Abend | abends |
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
Eine Erinnerung
„Gestern Morgen lag Nebel über dem Schulhof.“
Gestern ist das Zeitadverb, Morgen das Nomen für den Tagesabschnitt. Auch innerhalb eines Satzes bliebe das M groß.
Eine Verabredung
„Heute Nachmittag vergleichen wir unsere Entwürfe.“
Die Verabredung bezieht sich auf den heutigen Tag. „Nachmittags vergleichen wir unsere Entwürfe“ würde eher eine Gewohnheit beschreiben.
Ein wiederkehrender Termin
„Freitagnachmittags ist die Schreibwerkstatt geöffnet.“
Die kleingeschriebene Zusammensetzung mit -s bezeichnet einen regelmäßigen Zeitraum. Ein einzelner Termin kann mit „am Freitagnachmittag“ bezeichnet werden.
Passend und verständlich verwenden
Hilfreiche Reihenfolge beim Prüfen: Kläre zunächst, ob du einen bestimmten Tagesabschnitt oder eine wiederkehrende Zeit meinst. Prüfe danach, ob ein Nomen oder ein Zeitadverb vorliegt. Ein bloßes „alles, was Zeit bedeutet, wird klein“ funktioniert nicht.
Übe mit „Wir besprechen es heute …“ und „Wir besprechen es gewöhnlich …“. Passende Lösungen sind „heute Mittag“ und „gewöhnlich mittags“. Für Nachrichten, die später gelesen werden, ergänze bei wichtigen Verabredungen ein Datum: Heute ist für die schreibende Person eindeutig, für Leser nach einigen Tagen womöglich nicht. Die richtige Rechtschreibung ersetzt deshalb keine klare Terminangabe.
