Behaupten ist nicht beweisen
Form & Grammatik
- Grundform
- Behaupten ist nicht beweisen.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Zwei Infinitive werden einander gegenübergestellt.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Eine Aussage zu wiederholen oder bestimmt vorzutragen ersetzt keinen Nachweis.
Bedeutung
Bestimmtes Auftreten ersetzt keinen Nachweis
Eine Behauptung legt fest, was jemand für wahr erklärt. Ein Beweis liefert eine tragfähige Begründung dafür. Lautstärke, Wiederholung oder Selbstsicherheit können diese Begründung nicht allein ersetzen.
„Du sagst, das sei immer so. Welche Fälle oder Regeln zeigen es? Behaupten ist nicht beweisen.“
Die Nachfrage trennt die Aussage von ihrer Grundlage. Sie weist die Behauptung nicht automatisch als falsch zurück.
Nicht jede Alltagssaussage verlangt einen strengen mathematischen Beweis. Die nötige Begründung hängt von der Frage und den möglichen Folgen ab.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Argwohn ist kein Beweis
Argwohn ist ein misstrauischer Verdacht. Eine Behauptung kann auch ohne Misstrauen aufgestellt werden; beiden fehlt ohne weitere Grundlage noch der Nachweis.
„Ich vermute einen Fehler“ und „hier liegt ein Fehler vor“ haben unterschiedliche Stärke, brauchen aber beide eine passende Prüfung.
Beispiele und Verwendung
Eine Begründung erbitten
„Zeig mir bitte den Rechenweg, damit ich den Schluss nachvollziehen kann.“
Die sachliche Nachfrage ist hilfreicher als ein bloßes Gegenbehaupten.
Form und Varianten
Die kleingeschriebene Form „beweisen“ entspricht hier einer verbalen Lesart des Infinitivs. „Ist nicht“ verneint die Gleichsetzung der Tätigkeiten. Es wird keine Person oder Sache mit dem Namen „Beweisen“ bezeichnet.
