Das Böse schreibt man in Stein, das Gute in Staub
Form & Grammatik
- Grundform
- Das Böse schreibt man in Stein, das Gute in Staub.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Parallele Objektgruppen mit ausgelassenem Verb im zweiten Teil.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Negatives bleibt Menschen oft länger im Gedächtnis als Gutes.
Bedeutung
Negatives bleibt oft stärker im Gedächtnis
Eine Inschrift in Stein wirkt dauerhaft, eine Spur im Staub verschwindet leicht. So stellt der Spruch die unterschiedliche Erinnerung an schlechte und gute Erfahrungen dar. Er kann diese Ungleichheit bedauern oder kritisieren.
„An den einen Fehler erinnern sich alle, an die vielen gelungenen Termine kaum jemand. Das Böse schreibt man in Stein, das Gute in Staub.“
Die Sprecherin vergleicht, welche Erfahrungen in der Gruppe immer wieder genannt werden. Der Spruch liefert keine Messung des Gedächtnisses.
Schlechte Erfahrungen können aus guten Gründen erinnert werden. Anerkennung des Guten verlangt nicht, Schäden zu vergessen oder Kritik zu unterdrücken.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Ende gut, alles gut
Das gute Ende kann Schwierigkeiten in der Bewertung überwiegen. Die Stein-Staub-Formel beschreibt die gegenteilige Neigung, vor allem Negatives festzuhalten.
Ein gelungener Abschluss kann versöhnen; ein einzelner Fehler kann trotzdem die Erinnerung dominieren.
Beispiele und Verwendung
Eine ausgewogene Rückschau versuchen
„Wir besprechen den Fehler und halten auch fest, was zuverlässig funktioniert hat.“
Beides nebeneinander zu betrachten verhindert weder Lernen noch Anerkennung.
Form und Varianten
„Das Böse“ und „das Gute“ sind substantivierte Adjektive und werden großgeschrieben. Im zweiten Teil wird „schreibt man“ nicht wiederholt. „In Stein“ und „in Staub“ gehören zum bildlichen Schreiben.
