Der Prophet gilt nichts im eigenen Land
Form & Grammatik
- Grundform
- Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Aussagesatz mit „gilt“ als Form von „gelten“.
Definition · kurz erklärt
Eine Person erhält außerhalb ihres vertrauten Umfelds mehr Anerkennung als zu Hause. Der Spruch beklagt, dass Nähe und Gewöhnung besondere Fähigkeiten manchmal unsichtbar machen.
Bedeutung
Anerkennung kommt eher von außen
Der Prophet steht übertragen für jemanden mit wichtigen Einsichten oder besonderen Leistungen. Das eigene Land kann die Heimatregion meinen, aber auch einen Betrieb, eine Familie oder eine andere vertraute Gruppe. Gelten bedeutet hier Ansehen besitzen. Der Satz wird oft verwendet, wenn auswärtiges Lob einem bisher wenig beachteten Menschen plötzlich Aufmerksamkeit verschafft.
„Im eigenen Verein hörte kaum jemand auf ihre Trainingsideen. Erst nach der Einladung eines anderen Teams wurden sie ernst genommen. Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.“
Die Ideen ändern sich nicht durch die Einladung. Verändert hat sich ihre Bewertung im vertrauten Umfeld.
Auswärtige Anerkennung beweist nicht automatisch die Richtigkeit jeder Aussage. Umgekehrt ist sachliche Kritik aus dem eigenen Umfeld nicht schon deshalb Ausdruck von Neid oder Geringschätzung.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Das Werk lobt den Meister
„Das Werk lobt den Meister“ setzt auf Anerkennung durch sichtbare Qualität. Der Prophet-Spruch beschreibt, dass diese Anerkennung im vertrauten Umfeld trotzdem ausbleiben kann.
Eine gute Arbeit kann auswärts ausgezeichnet und zu Hause weiterhin kaum beachtet werden.
Beispiele und Verwendung
Übersehene Leistung benennen
„Ihre Ausstellungen ziehen andernorts viele Besucher an, hier kennt sie fast niemand. Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.“
Der Spruch benennt eine unterschiedliche Wahrnehmung, ohne deren Ursache bereits vollständig zu erklären.
Form und Varianten
Gilt steht in der dritten Person Singular. Im eigenen Land ist eine Dativgruppe. Nichts bezeichnet hier fehlendes Ansehen, keinen Gegenstand im Besitz des Propheten.
Varianten und Abwandlungen
„Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande“ mit Dativ-e ist ebenfalls belegt.
Herkunft
Das Motiv fehlender Anerkennung eines Propheten in der Heimat ist biblisch überliefert. Die heutige Wendung wird vielfach auf weltliche Leistungen übertragen.
