Eigenlob stinkt
Form & Grammatik
- Grundform
- Eigenlob stinkt.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Kurzer Aussagesatz mit einem zusammengesetzten Nomen.
Definition · kurz erklärt
Sich selbst auffällig zu loben, kann als unangemessen oder überheblich gelten. Der Spruch tadelt Prahlerei und fordert mehr Zurückhaltung bei der Darstellung eigener Leistungen.
Bedeutung
Übertriebenes Selbstlob wirkt unangenehm
Eigenlob ist Lob, das jemand über sich selbst äußert. Stinken überträgt einen unangenehmen Geruch auf die Wirkung dieses Verhaltens. Die drastische Kürze macht die Wendung zu einer deutlichen Zurechtweisung. Sie kann scherzhaft gemeint sein, aber auch die Anerkennung eigener Erfolge vorschnell unterbinden.
„Nach jeder gelungenen Runde erklärte er den anderen, dass niemand so gut spiele wie er. Eigenlob stinkt.“
Die Kritik betrifft das wiederholte Herausstellen der eigenen Überlegenheit. Das Beispiel verbietet nicht, sich über einen guten Spielzug zu freuen.
Die eigenen Fähigkeiten sachlich zu benennen ist nicht automatisch Prahlerei. In einer Bewerbung, bei einer Leistungsbewertung oder zur Korrektur übersehener Arbeit kann eine klare Selbstdarstellung nötig sein.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Bescheidenheit ist eine Zier
„Bescheidenheit ist eine Zier“ lobt Zurückhaltung positiv. „Eigenlob stinkt“ formuliert denselben Wert als scharfe Kritik an einem bestimmten Verhalten.
Man kann die unaufdringliche Siegerin würdigen oder den prahlenden Sieger zurechtweisen; die Wirkung des Tons ist verschieden.
Beispiele und Verwendung
Selbstlob scherzhaft begrenzen
„Der Kuchen ist mir wirklich gelungen – ich weiß, Eigenlob stinkt, aber diesmal freue ich mich einfach.“
Die selbstironische Verwendung kann gerade zeigen, dass eine Person den Erfolg genießen möchte, ohne anderen überlegen zu erscheinen.
Form und Varianten
Eigenlob wird zusammengeschrieben und steht im Singular. Stinkt ist die dritte Person Singular von stinken. Die Grundform benötigt kein Komma.
