Fische fängt man mit Angeln, Leute mit Worten
Form & Grammatik
- Grundform
- Fische fängt man mit Angeln, Leute mit Worten.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Zweiteiliger Aussagesatz mit parallel gebauten Mittelangaben.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Mit Worten lassen sich Menschen gewinnen, überzeugen oder auch täuschen. Der Spruch vergleicht sprachlichen Einfluss mit dem Fang eines Fisches.
Bedeutung
Die Wirkung von Worten erkennen
Die Angel lockt oder hält einen Fisch; Worte erreichen Aufmerksamkeit, Zustimmung oder Vertrauen. Die Übertragung kann anerkennend auf eine überzeugende Erklärung zielen. Sie kann aber auch vor schmeichelnder Werbung oder einer geschickt erzählten Unwahrheit warnen. Welche Lesart gemeint ist, ergibt sich aus der Situation.
„Das Angebot klang großartig, aber wichtige Kosten wurden verschwiegen. Fische fängt man mit Angeln, Leute mit Worten.“
Hier richtet sich die Warnung gegen eine ansprechende Darstellung, deren Inhalt nicht ausreichend geprüft wurde.
Überzeugende Sprache ist nicht automatisch Manipulation. Menschen sind außerdem keine willenlose Beute; sie können nachfragen, widersprechen und ihre Entscheidung ändern.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Höfliche Worte vermögen viel und kosten wenig
Höfliche Worte werden dort wegen ihrer hilfreichen Wirkung empfohlen. Das Fangbild lässt auch eine täuschende Absicht zu.
Eine freundliche Bitte erleichtert Zusammenarbeit; ein verschwiegenes Preisdetail kann Zustimmung erschleichen.
Beispiele und Verwendung
Ein Versprechen prüfen
„Hören wir nicht nur auf die schöne Formulierung: Fische fängt man mit Angeln, Leute mit Worten.“
Eine konkrete Prüfung der Bedingungen macht aus dem Spruch eine hilfreiche Warnung.
Form und Varianten
Man ist das Subjekt zu fängt. Fische und Leute stehen als Akkusativobjekte. Im zweiten Teil wird fängt man ausgelassen. Mit Angeln und mit Worten enthalten jeweils den Dativ Plural.
