Man soll das eine tun und das andre nicht lassen
Form & Grammatik
- Grundform
- Man soll das eine tun und das andre nicht lassen.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Entscheidungen, Glück und Folgen
- Form
- Parallele Ergänzungen zu einem gemeinsamen Modalverb.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Zwei sinnvolle Pflichten oder Vorhaben können nebeneinander verfolgt werden.
Bedeutung
Zwei sinnvolle Aufgaben können nebeneinander stehen
Der Spruch widerspricht einem unnötigen Entweder-oder. Wenn zwei Vorhaben vereinbar sind, kann man beide verfolgen. Er verlangt nicht, jede beliebige Menge an Aufgaben gleichzeitig zu übernehmen.
„Wir verbessern die Anleitung und beantworten die offenen Fragen. Man soll das eine tun und das andre nicht lassen.“
Beide Schritte helfen auf unterschiedliche Weise und schließen sich hier nicht aus.
Bei knappen Mitteln können Prioritäten oder echte Zielkonflikte bestehen. Der Spruch ersetzt keine Prüfung dessen, was tatsächlich leistbar ist.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Wer viel anfängt, endet wenig
Viele Anfänge können Abschlüsse verhindern. Der Ein-und-andere-Spruch setzt dagegen voraus, dass die beiden Aufgaben sinnvoll nebeneinander möglich sind.
Zwei ergänzende Schritte sind etwas anderes als eine ständig wachsende Liste unvollendeter Vorhaben.
Beispiele und Verwendung
Eine falsche Alternative auflösen
„Wir können gründlich prüfen und trotzdem einen festen Termin vereinbaren.“
Die Verbindung funktioniert nur, wenn der Zeitrahmen die Prüfung tatsächlich zulässt.
Form und Varianten
„Das eine“ und „das andre“ bezeichnen unbestimmt die jeweiligen Handlungen. „Andre“ ist verkürzt aus „andere“. „Tun“ und „lassen“ sind Infinitive zu „soll“; „nicht lassen“ bedeutet hier nicht unterlassen.
