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Man soll nicht einen Altar entblößen, um den andern zu decken

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Man soll nicht einen Altar entblößen, um den andern zu decken.
Form
Modalverbkonstruktion mit anschließendem um-zu-Satz.

Gebrauch: Historisches Bild mit religiösen Gegenständen; auch auf weltliche Aufgaben übertragbar.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Mangel wird nicht sinnvoll behoben, wenn dafür an einer anderen gleich wichtigen Stelle ein neuer entsteht. Der Spruch warnt davor, Probleme lediglich zu verlagern.

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Bedeutungen

Ein Loch nicht auf Kosten einer anderen Aufgabe stopfen

Im Bild nimmt jemand einem Altar seine Ausstattung weg, um damit einen anderen auszustatten. Die zweite Stelle sieht danach besser aus, doch die erste steht nun entblößt da. Insgesamt fehlt weiterhin etwas. Übertragen kann es um Personal, Material, Aufmerksamkeit oder Zeit gehen, die von einer notwendigen Aufgabe abgezogen werden, ohne deren Bedarf zu berücksichtigen.

„Wir besetzen die Auskunft wieder, lassen dafür aber den einzigen Aufsichtsposten leer. Man soll nicht einen Altar entblößen, um den andern zu decken.“

Die Verschiebung löst das Personalproblem nur an einer Stelle. An der anderen bleibt eine ebenfalls notwendige Aufgabe unerledigt.

Eine begründete Neuverteilung kann sinnvoll sein, wenn eine Aufgabe weniger dringlich ist oder anders erledigt werden kann. Der Spruch spricht gegen eine bloße Verschiebung des Mangels, nicht gegen jede Veränderung vorhandener Mittel.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Man soll das eine tun und das andre nicht lassen

Der Vergleichsspruch erinnert an zwei vereinbare Aufgaben. Das Altarbild zeigt den besonderen Fehler, eine davon nur durch Vernachlässigung der anderen zu erfüllen.

Zwei notwendige Dienste einzuplanen ist eine Aufgabe; denselben fehlenden Dienst nur an eine andere Stelle zu verschieben ist noch keine Lösung.

Beispiele und Verwendung

Eine Umverteilung prüfen

„Wer übernimmt nach der Versetzung die Arbeit, die bisher dort erledigt wurde?“

Diese Frage macht sichtbar, ob tatsächlich Kapazität gewonnen oder nur ein Engpass verschoben wird.

Grammatik

Man ist das Subjekt zu soll; entblößen steht im Infinitiv. Die mit um eingeleitete Infinitivgruppe nennt die Absicht und wird durch Komma abgetrennt. Den andern bezieht sich auf den zweiten Altar und steht wie einen Altar im Akkusativ.