Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu
Form & Grammatik
- Grundform
- Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Gereimtes Satzgefüge mit „dass“-Satz und anschließender Aufforderung.
Definition · kurz erklärt
Man soll anderen nichts zufügen, was man selbst nicht erleiden möchte. Der gereimte Spruch fordert dazu auf, die eigene Perspektive auf den Umgang mit Mitmenschen zu übertragen.
Bedeutung
Das eigene Empfinden zum Maßstab der Rücksicht machen
Die erste Hälfte nennt eine unerwünschte Behandlung; die zweite verbietet, sie selbst anderen zuzufügen. Dadurch wird ein Perspektivwechsel angeregt. Wer für sich Fairness erwartet, soll denselben Anspruch auch beim eigenen Verhalten berücksichtigen.
„Du möchtest nicht, dass jemand ungefragt deine Sachen nimmt. Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“
Die Mahnung verbindet eine eigene Erfahrung mit dem Respekt vor fremdem Eigentum. Sie macht den Grund der Regel anschaulich, statt nur ein Verbot auszusprechen.
Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Grenzen. Die eigene Vorliebe reicht deshalb nicht immer als Maßstab; oft muss man nachfragen, was für die andere Person tatsächlich angenehm oder belastend ist.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ fordert positiv Achtung und Zuwendung. Der Reimspruch formuliert vor allem die Vermeidung unerwünschter Behandlung.
Niemanden zu verspotten vermeidet eine Verletzung; eine Person aktiv zu unterstützen geht als positive Handlung darüber hinaus.
Beispiele und Verwendung
Einen Perspektivwechsel anregen
„Wie würdest du dich fühlen, wenn man deine Nachricht vor allen vorliest?“
Die Frage führt den Gedanken des Spruchs konkret aus und lässt Raum für die Antwort der betroffenen Person.
Form und Varianten
Dass ist eine Konjunktion mit Doppel-s; das spätere das nimmt den zuvor genannten Inhalt auf. Tu ist die verkürzte Form von tue im Konjunktiv I, füg ein kurzer Imperativ. Keinem andern steht im Dativ.
Varianten und Abwandlungen
Auch die ausgeschriebenen Formen „füge“ und „anderen“ sind belegt; sie ändern die Grundregel nicht.
