Wer alle Büsche scheut, kommt selten zu Holze
Form & Grammatik
- Grundform
- Wer alle Büsche scheut, kommt selten zu Holze.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Entscheidungen, Glück und Folgen
- Form
- „Wer“-Satz mit historischer Dativform „Holze“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Übertriebene Furcht vor jedem Hindernis kann ein Vorhaben verhindern.
Bedeutung
Übertriebene Furcht kann ein Vorhaben verhindern
Wer jeden Busch als Hindernis oder Gefahr meidet, erreicht im Bild kaum das gesuchte Holz. Der Spruch kritisiert eine so umfassende Vermeidung, dass kein sinnvoller Weg mehr übrig bleibt.
„Wenn wir jede neue Anfrage aus Angst vor Aufwand ablehnen, finden wir keine Zusammenarbeit. Wer alle Büsche scheut, kommt selten zu Holze.“
Die Aussage betrifft das pauschale Vermeiden. Einzelne begründete Absagen bleiben möglich.
Vorsicht kann berechtigt sein. Der Spruch darf niemanden dazu drängen, ein unüberschaubares oder gefährliches Risiko einzugehen.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Wer wagt, gewinnt
„Wer wagt, gewinnt“ ermutigt knapp zum Risiko. Die Büsche zeigen besonders, wie das Meiden jedes kleinen Hindernisses ein Vorhaben vollständig blockiert.
Ein einzelnes Wagnis einzugehen ist etwas anderes, als zunächst die pauschale Ablehnung jeder Möglichkeit aufzugeben.
Beispiele und Verwendung
Ein überschaubares Hindernis angehen
„Wir beginnen mit einer kleinen Anfrage, deren Aufwand wir gut einschätzen können.“
Ein begrenzter Schritt kann neue Erfahrung ermöglichen, ohne jede Vorsicht aufzugeben.
Form und Varianten
„Scheut“ bedeutet hier meidet oder fürchtet. „Alle Büsche“ ist das Akkusativobjekt. „Zu Holze“ enthält das ältere Dativ-e; heute frei sagt man meist „zu Holz“ beziehungsweise „an Holz“.
