Wer den andern warnt, der ist sein Freund
Form & Grammatik
- Grundform
- Wer den andern warnt, der ist sein Freund.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- „Wer …, der …“-Konstruktion mit rückverweisendem Pronomen.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Eine gut gemeinte Warnung kann Ausdruck von Freundschaft und Fürsorge sein. Der Spruch erinnert daran, nicht jede unangenehme Mitteilung als Angriff zu verstehen.
Bedeutung
Eine Warnung als mögliche Hilfe annehmen
Freundschaft zeigt sich nicht nur in Zustimmung. Wer eine Gefahr erkennt, kann gerade aus Verbundenheit darauf hinweisen, obwohl der Hinweis nicht willkommen ist. Der Satz bewertet diese Bereitschaft positiv und stellt die Absicht des Bewahrens vor Schaden in den Mittelpunkt.
„Sie macht meine Idee nicht schlecht, sondern weist auf den fehlenden Zeitpuffer hin. Wer den andern warnt, der ist sein Freund.“
Die Warnung benennt ein konkretes Risiko und ermöglicht, den Plan rechtzeitig zu verändern.
Nicht jede Warnung ist richtig oder uneigennützig. Inhalt, Gründe und Auswirkungen sollten geprüft werden; bloßes Ängstigen begründet keine Freundschaft.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Ein Freund ist des andern Spiegel
Der Freund als Spiegel gibt Rückmeldung über das eigene Verhalten. Eine Warnung lenkt besonders auf eine mögliche künftige Gefahr.
Ein Hinweis kann zeigen, wie etwas wirkt, oder darauf aufmerksam machen, was als Nächstes schiefgehen könnte.
Beispiele und Verwendung
Einen unbequemen Hinweis würdigen
„Gut, dass du das Risiko angesprochen hast. Wer den andern warnt, der ist sein Freund.“
Der Dank gilt einem nachvollziehbaren Hinweis und verpflichtet nicht zur ungeprüften Übernahme jeder Empfehlung.
Form und Varianten
Wer bezeichnet die warnende Person. Den andern steht im Akkusativ zu warnt. Der nimmt die warnende Person im Hauptsatz wieder auf. Sein Freund bezeichnet ihre Beziehung zur gewarnten Person. Vor der steht ein Komma.
