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Wer empfing, der rede; wer gab, der schweige

Form & Grammatik

Sprichwort
Grundform
Wer empfing, der rede; wer gab, der schweige.
Eintragstyp
Sprichwort
Thema
Menschen, Sprache und Zusammenleben
Form
Zwei parallele „wer“-Sätze mit Wunschsätzen im Hauptteil.
Gebrauch
Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt

Definition · kurz erklärt

Dank sollte von den Empfangenden kommen, während Gebende ihre Gabe nicht ständig vorhalten sollten.

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Bedeutung

Dank aussprechen, ohne Hilfe ständig vorzuhalten

Die empfangende Person soll die Gabe anerkennen; die gebende Person soll sich nicht fortwährend damit rühmen. Der Spruch verteilt also zwei unterschiedliche Erwartungen. Er verlangt kein völliges Schweigen über tatsächliche Vereinbarungen.

„Ich bedanke mich für die Hilfe; du musst mich danach nicht bei jedem Treffen daran erinnern. Wer empfing, der rede; wer gab, der schweige.“

Anerkennung und Zurückhaltung sollen zusammen einen respektvollen Umgang ermöglichen.

Eine offen vereinbarte Gegenleistung oder ein noch ungeklärter Konflikt darf weiterhin angesprochen werden. Der Spruch macht Hilfe nicht zu einer Geheimhaltungspflicht.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Was du mit Gelde nicht bezahlen kannst, bezahle wenigstens mit Dank

Dank statt Geld betrifft die Anerkennung nicht bezahlbarer Hilfe. Der Geben-Empfangen-Spruch ergänzt die Zurückhaltung auf der Seite der Helfenden.

Dankbar zu sprechen und die eigene Gabe nicht als Druckmittel zu benutzen gehören zu unterschiedlichen Rollen.

Beispiele und Verwendung

Hilfe ohne dauernde Gegenrechnung geben

„Ich habe gern geholfen; wir müssen daraus keine fortwährende Schuld machen.“

Die Aussage passt zu freiwilliger Hilfe ohne anderslautende Vereinbarung.

Form und Varianten

„Empfing“ und „gab“ sind Präteritumformen. „Rede“ und „schweige“ stehen hier als dritte Person Singular im Konjunktiv I und formulieren eine Aufforderung oder Erwartung. Das Semikolon trennt die parallelen Teile.