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Wer zu viel beweist, beweist nichts

Form & Grammatik

Grundform
Wer zu viel beweist, beweist nichts.
Eintragstyp
Sprichwort
Thema
Menschen, Sprache und Zusammenleben
Form
Wiederholung von „beweist“ mit gegensätzlichen Mengenangaben.
Gebrauch
Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt

Definition · kurz erklärt

Ein Argument, das zu weit reicht und offensichtlich Unhaltbares mitbeweisen würde, ist untauglich.

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Bedeutung

Ein überdehntes Argument verliert seine Tragfähigkeit

Ein Argument kann so allgemein angesetzt sein, dass es außer dem gewünschten Schluss auch offensichtlich unhaltbare Schlüsse stützen würde. Der Spruch warnt vor dieser Überdehnung. „Zu viel“ meint keine besonders große Anzahl guter Nachweise.

„Wenn jedes Missverständnis Absicht wäre, müsste auch dein eigenes Missverständnis gestern eine Täuschung gewesen sein. Wer zu viel beweist, beweist nichts.“

Die zugrunde gelegte Regel wird an einer weiteren Folge geprüft. Das Problem liegt in ihrer Reichweite, nicht in der Mühe des Begründens.

Viele voneinander unabhängige gute Belege können eine Aussage durchaus stützen. Der Spruch richtet sich gegen ein untaugliches Argument, nicht gegen gründliche Begründung.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Behaupten ist nicht beweisen

Behaupten bietet noch keine Begründung. Beim Zuviel-Beweisen liegt bereits ein Argument vor, dessen Reichweite problematisch ist.

Eine Aussage ohne Nachweis und ein Nachweis mit einer zu weit gefassten Voraussetzung müssen verschieden geprüft werden.

Beispiele und Verwendung

Eine Begründung gegenprüfen

„Welche weiteren Fälle müsste dieselbe Regel ebenfalls erfassen?“

Die Nachfrage hilft, einen versteckten Widerspruch oder eine Überverallgemeinerung aufzudecken.

Form und Varianten

„Zu viel“ wird getrennt geschrieben. „Beweist“ ist die dritte Person Singular von „beweisen“. Das Komma trennt den „wer“-Satz vom Hauptsatz.