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Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über

Form & Grammatik

Sprichwort
Grundform
Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
Eintragstyp
Sprichwort
Thema
Menschen, Sprache und Zusammenleben
Form
Satzgefüge mit älteren Genitivformen und getrenntem Verb.

Definition · kurz erklärt

Was jemanden innerlich stark beschäftigt, drängt oft dazu, ausgesprochen zu werden. Der Spruch beschreibt besonders begeistertes Erzählen, kann aber auch auf Sorgen und andere starke Gefühle bezogen werden.

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Bedeutung

Starke innere Bewegtheit im Reden ausdrücken

Das Herz steht für Gefühle und Gedanken, der übergehende Mund für das Bedürfnis, sie mitzuteilen. Das Bild ähnelt einem Gefäß, dessen Inhalt überläuft. Es erklärt damit eine große Redefreude aus der inneren Bedeutung eines Themas.

„Seit der gelungenen Aufführung erzählt sie jedem von den Proben und dem Applaus. Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“

Die vielen Einzelheiten zeigen ihre Begeisterung. Der Spruch kann dieses Erzählen liebevoll erklären, ohne es als notwendiges Zeichen mangelnder Zurückhaltung zu bewerten.

Starke Gefühle werden nicht von allen Menschen in vielen Worten ausgedrückt. Schweigsamkeit bedeutet keine innere Leere. Ebenso muss begeistertes Erzählen die Aufmerksamkeit und Bedürfnisse der Zuhörenden berücksichtigen.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ bewertet die Zurückhaltung im Sprechen. Der Herz-Spruch erklärt dagegen, warum eine Person ein Thema unbedingt mitteilen möchte.

Nach einem gelungenen Abend ausführlich zu erzählen kann verständlich sein; ob der Zeitpunkt für ein langes Gespräch passt, ist eine weitere Frage.

Beispiele und Verwendung

Auch belastende Gedanken einordnen

„Seit Tagen spricht er immer wieder über die schwierige Entscheidung. Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“

Die Verwendung ist nicht auf Freude beschränkt; auch ein stark beschäftigender Konflikt kann Anlass zum Erzählen sein.

Form und Varianten

Wes und des sind überlieferte Genitivformen. Heute lässt sich der Zusammenhang mit wovon …, davon … erklären. Übergehen erscheint hier getrennt als geht … über. Nach ist steht ein Komma.

Varianten und Abwandlungen

Belegt sind „Wenn das Herz voll ist, geht der Mund über“ und „Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über“.