Wo sechse essen, spürt man den Siebenten nicht
Form & Grammatik
- Grundform
- Wo sechse essen, spürt man den Siebenten nicht.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Geld, Besitz und das richtige Maß
- Form
- Vorangestellter „wo“-Satz mit historischen Personenbezeichnungen durch Zahlwörter.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Bei einer bereits gemeinsamen Mahlzeit lässt sich oft noch eine weitere Person mitversorgen. Der Spruch ermuntert zu unkomplizierter Gastfreundschaft.
Bedeutung
Für einen zusätzlichen Gast Platz finden
Die Zahlen sechs und sieben machen die geringe Erweiterung anschaulich. Gemeint ist nicht, dass jede Portion mathematisch unverändert bleibt. Vielmehr soll der zusätzliche Aufwand gegenüber dem Gewinn an Gemeinschaft klein erscheinen. Der Satz kann eine spontane Einladung erleichtern.
„Dein Freund kann gern mitessen. Wo sechse essen, spürt man den Siebenten nicht.“
Die Gastgeberin signalisiert, dass sie den zusätzlichen Gast willkommen heißt. Niemand soll sich wegen einer weiteren Portion als Belastung fühlen.
Bei tatsächlich knappen Vorräten oder besonderen Bedürfnissen kann eine weitere Person sehr wohl zusätzlichen Aufwand bedeuten. Der Spruch sollte keine unfreiwillige Verpflichtung erzeugen.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen
„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ würdigt die Mahlzeit selbst. Dieser Spruch begründet, weshalb noch jemand teilnehmen darf.
Das Essen stärkt die Helfenden; eine großzügige Einladung schließt einen weiteren Helfer ein.
Beispiele und Verwendung
Eine spontane Einladung aussprechen
„Wir decken einfach noch einen Teller dazu: Wo sechse essen, spürt man den Siebenten nicht.“
Die Aussage passt, wenn die einladende Person tatsächlich über das Essen und den Platz entscheiden kann.
Form und Varianten
Sechse meint sechs Personen; die Endung gehört zur älteren substantivischen Zahlform. Den Siebenten steht im Akkusativ und bezeichnet den zusätzlichen Gast. Das substantivierte Ordinalzahlwort wird heute großgeschrieben. Das Komma trennt den wo-Satz vom Hauptsatz mit man.
