dagegen
Form & Grammatik
Adverb- Stichwort
- dagegen
- Worttrennung
- da·ge·gen
- Gebrauch
- unveränderlich; keine Deklination in der hier erklärten adverbialen Verwendung
Unveränderliches Pronominaladverb oder verbindendes Adverb. Eine gegen-Gruppe mit persönlichem Bezug kann als gegen ihn oder gegen sie deutlicher sein.
dagegen: Bezeichnet eine ablehnende Haltung, stellt einen Gegensatz her oder verweist räumlich auf etwas, gegen das sich eine Handlung richtet.
Ablehnung, Gegensatz oder räumlicher Bezug
Dagegen kann eine ablehnende Haltung ausdrücken. Wer gegen einen Vorschlag ist, ist dagegen. Das Wort nennt dann die Position, erklärt aber noch nicht die Gründe.
In einem Vergleich hebt dagegen einen Unterschied hervor: Eine Gruppe arbeitet schriftlich, die andere dagegen mündlich. Keine der Gruppen muss dabei die jeweils andere ablehnen. Der Ausdruck verbindet lediglich gegensätzliche oder unterschiedliche Angaben.
Räumlich kann dagegen auf eine zuvor genannte Sache verweisen: Vor einer verschlossenen Tür stellt jemand eine Kiste dagegen. Was genau gemeint ist, muss aus dem Zusammenhang hervorgehen. Eine räumliche Lage und eine persönliche Ablehnung sind verschiedene Bedeutungen.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| gegen diesen Vorschlag | ablehnende Position | Macht den Bezug ausdrücklich. |
| im Gegensatz dazu | vergleichende Gegenüberstellung | Passt, ohne persönliche Ablehnung zu behaupten. |
| hingegen | Unterschied zwischen Angaben | Eine knappe Alternative im Vergleich. |
| gegen diese Sache | räumlicher Bezug | Ersetzt keine Meinungsäußerung. |
Zwei Satzvergleiche
Eigener Beispielsatz: „Lena möchte den Termin verschieben; Amir ist dagegen.“
Zum Vergleich: „Lena möchte den Termin verschieben; Amir lehnt die Verschiebung ab.“
Die zweite Fassung nennt ausdrücklich den Gegenstand der Ablehnung. Sie erklärt ebenso wenig wie der erste Satz, warum Amir diese Position vertritt.
Eigener Beispielsatz: „Der erste Text erzählt ausführlich; der zweite dagegen bleibt knapp.“
Zum Vergleich: „Der erste Text erzählt ausführlich; der zweite lehnt ihn ab.“
Die zweite Fassung macht aus einer stilistischen Gegenüberstellung eine inhaltliche Ablehnung. Dafür bietet der erste Satz keinen Beleg. Hier passt im Gegensatz dazu, nicht ablehnend.
Ein unveränderliches Verweiswort
Dagegen wird zusammengeschrieben und nicht gebeugt. Als Pronominaladverb kann es eine gegen-Verbindung mit Bezug auf eine Sache aufgreifen. Es steht außerdem als verbindendes Adverb in Gegenüberstellungen. Bei Personen ist eine persönliche Form häufig eindeutiger: gegen ihn, gegen sie.
| Eigener Satz | Hinweis |
|---|---|
| Dagegen spricht die fehlende Zeit. | Das gebeugte Verb steht an zweiter Stelle. |
| Die fehlende Zeit spricht dagegen. | Das Verweiswort kann später im Satz stehen. |
| Ich bin dagegen, dass wir überstürzt entscheiden. | Der erläuternde dass-Satz wird mit Komma abgegrenzt. |
In dagegen sein bleibt sein ein eigenes Wort. Der Gegenbegriff dafür passt zur Zustimmung. Bei einer räumlichen Beschreibung oder einem bloßen Vergleich ist dagegen jedoch nicht automatisch das Gegenteil jeder Verwendung von dafür.
