nach
Form & Grammatik
Präposition- Stichwort
- nach
- Worttrennung
- nach
- Kasus
- Dativ
- Form
- unveränderlich; keine Deklination oder Konjugation
Kann bei einer Angabe der Ansicht auch nachgestellt stehen: meiner Meinung nach. Der Kasus bleibt Dativ.
Definition · kurz erklärt
Nach kann eine Richtung, eine zeitliche oder räumliche Reihenfolge und den Bezug auf eine Aussage ausdrücken. Die Präposition steht mit dem Dativ. Bei meiner Meinung nach folgt sie ihrer Ergänzung; das nennt man nachgestellten Gebrauch oder Postposition.
Bedeutungen
1 Eine Richtung oder ein Ziel nennen
Nach kann das Ziel einer Bewegung bezeichnen. Es steht etwa bei Ortsnamen ohne Artikel und in festen Verbindungen wie nach Hause. Welche Präposition bei einem bestimmten Ziel passt, hängt aber vom jeweiligen Ausdruck ab.
„Nach der Lesung fährt die Gruppe nach Bremen.“
Nach Bremen nennt das Ziel der Fahrt. Das erste nach hat eine andere Aufgabe: Es ordnet die Fahrt zeitlich hinter der Lesung ein.
2 Eine zeitliche oder räumliche Reihenfolge angeben
Nach ordnet etwas hinter einem anderen Ereignis oder Bezugspunkt ein. Eine unmittelbare Folge wird damit nicht automatisch behauptet. Für sofort danach braucht es einen entsprechenden Zusammenhang oder eine zusätzliche Zeitangabe.
„Nach der Pause bespricht die Klasse den letzten Absatz.“
Die Besprechung liegt später als die Pause. Wie viele Minuten dazwischen liegen, sagt nach allein nicht.
3 Den Gegenstand einer gerichteten Handlung nennen
Verben wie greifen, fragen oder suchen können eine Ergänzung mit nach erhalten. Sie nennt, worauf die Handlung gerichtet ist. Welche Verbindung möglich ist, gehört zum jeweiligen Verb.
„Mira greift nach dem herunterfallenden Heft.“
Das Heft ist das Ziel ihres Greifens. Dass sie es tatsächlich fängt, geht aus der gerichteten Handlung noch nicht hervor.
4 Auf eine Aussage oder Einschätzung Bezug nehmen
Nach kann eine Darstellung oder Meinung als Bezug nennen. Die Aussage wird dadurch einer Quelle oder einer Person zugeordnet. Nachgestellt steht es zum Beispiel bei einer Ansicht.
„Meiner Meinung nach erklärt das zweite Beispiel den Unterschied deutlicher.“
Die Bewertung gehört zur sprechenden Person. Die Formulierung macht aus ihr keine unabhängig bewiesene allgemeine Tatsache.
Einen Maßstab oder eine Vorlage angeben
Nach kann ausdrücken, dass sich etwas an einer Anleitung, einem Vorbild oder einer Vorschrift orientiert. Die Wortgruppe benennt dann den Maßstab des Handelns oder Gestaltens. Ein zeitliches Danach ist damit nicht gemeint.
Die Gruppe baut das Modell nach einer Anleitung.
Die Anleitung dient als Vorlage. Ob jeder Schritt richtig ausgeführt wird, muss am Ergebnis geprüft werden. Nach einer Anleitung bauen bedeutet nicht nach dem Lesen der Anleitung bauen: Die zweite Formulierung betont eine zeitliche Reihenfolge.
nach: Synonyme und andere Wörter
Nach, später als oder zufolge?
Später als erklärt eine zeitliche Beziehung, zufolge passt zu einer entsprechend gebauten Angabe der Quelle oder Ansicht. Bei einer Richtung lässt sich nach häufig nur zusammen mit dem Zielausdruck umformulieren. Nach Hause ist etwa von zu Hause zu unterscheiden.
„Nach der Probe fahren wir heim.“ – „Im Anschluss an die Probe fahren wir heim.“
Die zweite Formulierung kann denselben Ablauf beschreiben, legt aber einen engeren Anschluss nahe. Für nach einem Bericht wäre sie kein passender Ersatz.
Beispiele und Verwendung
„Nach dem Unterricht trifft sich die Gruppe vor der Bücherei.“
Dem Unterricht steht im Dativ. Die Ortsangabe vor der Bücherei ist eine andere Wortgruppe und wird nicht von nach regiert.
„Die Figur fragt nach dem Weg und erhält zunächst keine Antwort.“
Das Beispiel unterscheidet die gerichtete Frage von ihrem Erfolg. Nach dem Weg zu fragen bedeutet noch nicht, dass der Weg erklärt wird.
„Dem Bericht nach war die Pause zu kurz.“
Nach steht hier hinter dem Dativ dem Bericht. Der Bericht wird als Quelle genannt; die darin wiedergegebene Bewertung ist dadurch nicht schon unabhängig bestätigt.
Grammatik und Beugung
Nach ist eine unveränderliche Präposition mit Dativ. Es wird nicht dekliniert oder konjugiert und hat deshalb keine eigene Beugungstabelle. Die Ergänzung trägt den Fall: nach dem Gespräch, nach einer Woche, meiner Meinung nach. Im nachgestellten Gebrauch bleibt nach ebenso unverändert. Das einsilbige Wort wird nicht getrennt. Bei nach Bremen ist der Dativ am artikellosen Ortsnamen nicht sichtbar; daraus folgt kein Wechsel zum Akkusativ.
