Sinn machen

Sinn machen bedeutet im heutigen Sprachgebrauch, sinnvoll, verständlich oder nachvollziehbar zu sein. Die Wendung ist verbreitet, wird aber stilistisch kritisiert. Für formelle Texte passen häufig sinnvoll sein oder Sinn ergeben.

Was bedeutet Sinn machen?

Mit „Das macht Sinn“ kann jemand einer Entscheidung zustimmen oder sagen, dass eine Erklärung nachvollziehbar ist. Dabei liegen unterschiedliche Bedeutungen nahe beieinander: Eine zusätzliche Pause kann zweckmäßig sein; eine Aussage kann logisch verständlich sein. Ein genauer Text unterscheidet beides.

Die Wendung pauschal als unmögliches Deutsch abzulehnen greift zu kurz. Auch in fachlichen Sprachbeschreibungen wird sie verwendet. Ihre Bewertung gehört vor allem zur Frage, welcher Ausdruck in einer bestimmten Textsorte erwünscht ist. Wer sprachliche Reibung vermeiden möchte, findet meist eine präzise und unauffällige Alternative.

Schreibweise und Grammatik

Sinn ist ein maskulines Substantiv und wird großgeschrieben. Machen wird als Verb klein geschrieben und dem Subjekt angepasst: Das macht Sinn; diese Schritte machen Sinn. Die Vergangenheit lautet machte Sinn beziehungsweise hat Sinn gemacht.

Bei der Verneinung ist keinen Sinn machen üblich, weil Sinn als Akkusativobjekt steht. In sinnvoll sein wird hingegen das Adjektiv verneint: nicht sinnvoll sein. Wer umformuliert, muss also manchmal nicht nur ein Wort, sondern die ganze Konstruktion ändern.

Präzise Alternativen
Gemeinte AussageMögliche Formulierung
verständlich/schlüssigSinn ergeben
für ein Ziel geeignetsinnvoll oder zweckmäßig sein
Aufwand gerechtfertigtsich lohnen
ausreichend begründetnachvollziehbar sein

Drei eigene Beispiele mit Erklärung

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

„Es macht Sinn, die Aufgaben zuerst zu sortieren.“

Gemeint ist die Zweckmäßigkeit des Vorgehens. Präziser lässt sich sagen: Es ist sinnvoll, die Aufgaben zuerst zu sortieren.

„Mit der fehlenden Information ergibt der Absatz endlich Sinn.“

Hier geht es um Verständlichkeit und inneren Zusammenhang. Sinn ergeben ist besonders passend.

„Für den kurzen Weg lohnt sich ein Taxi nicht.“

Lohnen benennt den praktischen Aufwand und Nutzen. Eine pauschale Wendung mit Sinn wäre weniger konkret.

Bedeutungsunterschiede und Verwendung

Sinn ergeben passt besonders für eine verständliche Aussage oder eine schlüssige Verbindung. Sinnvoll sein bewertet eine Handlung im Hinblick auf ein Ziel. Zweckmäßig sein betont die Eignung, sich lohnen das Verhältnis von Aufwand und Ertrag.

In einer Argumentation sollte nach „Das ist sinnvoll“ noch die Begründung folgen. Etwa: „Das Sortieren ist sinnvoll, weil sich doppelte Aufgaben dadurch früh erkennen lassen.“ Die Begründung schafft den Mehrwert; die Wahl zwischen zwei Wendungen ersetzt sie nicht. Für die Überarbeitung eines Textes ist diese Klarheit wichtiger als eine bloße Sprachregel ohne Bedeutungsprüfung.

Kurz üben

Formuliere genauer: „Der extra Termin macht keinen Sinn.“

Lösung und Erklärung

Je nach Absicht: „Der zusätzliche Termin löst das Problem nicht“, „Der Aufwand lohnt sich nicht“ oder „Ein zusätzlicher Termin ist derzeit nicht nötig“. Die passende Fassung nennt den tatsächlichen Einwand.

Weitere Wörter findest du im Stichwörterbuch.

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