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Auftrag

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Auftrag
Worttrennung
Auf·trag
Artikel
der Auftrag
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Auftrages / des Auftrags
Plural
die Aufträge

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.

Formen und Verwendung im Detail

Auftrag bezeichnet eine übertragene Aufgabe oder eine Aufforderung, etwas Bestimmtes zu erledigen. Im Geschäftsalltag kann damit bestellte Arbeit gemeint sein. Daneben bezeichnet Auftrag das Aufbringen eines Stoffes oder die entstandene Schicht.

Übertragene Arbeit oder aufgebrachte Schicht

Ein Auftrag verbindet eine Aufgabe mit einer Person oder Stelle, die sie erteilt. Anders als eine selbst gewählte Aufgabe hat er damit einen erkennbaren Ausgangspunkt außerhalb der ausführenden Person. Umfang, Ergebnis und Zeitpunkt können genauer vereinbart oder vorgegeben werden.

Bei einem Reparaturauftrag geht es um eine konkrete Leistung. Im Schulalltag kann ein Arbeitsauftrag festlegen, was gelesen, verglichen oder erklärt werden soll. Die genaue Bedeutung richtet sich nach der Situation; das Wort allein beschreibt noch nicht sämtliche Bedingungen.

Beim Auftrag einer Farbe ist dagegen keine Anweisung gemeint. Hier geht es um das Aufbringen auf einen Untergrund oder um die aufgebrachte Schicht. „Ein dünner Auftrag“ und „ein dringender Auftrag“ gehören zu unterschiedlichen Lesarten. Die Eigenschaftswörter geben einen wichtigen Hinweis auf den Zusammenhang.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
AufgabeEinen Arbeitsauftrag erledigenWeiter gefasst: Eine Aufgabe kann auch selbst gewählt sein.
AnweisungEin Auftrag, einen bestimmten Schritt auszuführenBetont die Vorgabe; kann enger und verbindlicher klingen.
Bestellung einer LeistungEin Auftrag an einen HandwerksbetriebErklärt den geschäftlichen Zusammenhang, ohne die Einzelbedingungen zu benennen.
SchichtEin gleichmäßiger FarbauftragPasst zum sichtbaren Ergebnis, nicht zum Vorgang des Aufbringens.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Eine Aufgabe präzisieren

Ausgangssatz: Der Arbeitsauftrag verlangt einen Vergleich der beiden Figuren anhand ihres Verhaltens.

Alternative: Die gestellte Aufgabe verlangt einen Vergleich der beiden Figuren anhand ihres Verhaltens.

Gestellt erhält den Gedanken der Übertragung. Der Zusatz zum Verhalten zeigt, worauf sich der Vergleich stützen soll. Eine bloße Zusammenfassung der Handlung würde diesen Auftrag noch nicht erfüllen.

Beispielpaar 2: Ein Ergebnis beschreiben

Ausgangssatz: Auf dem Musterbrett ist der Farbauftrag an der Kante dicker als in der Mitte.

Alternative: Auf dem Musterbrett ist die Farbschicht an der Kante dicker als in der Mitte.

Die Alternative verdeutlicht das fertige Ergebnis. Eine Bestellung oder Arbeitsanweisung kann nicht räumlich dicker sein. Der Vergleich der beiden Stellen macht die Beschreibung überprüfbar.

Der Auftrag, die Aufträge

Auftrag ist ein maskulines Substantiv. Im Plural wird a zu ä. Der Genitiv Singular kann die kurze oder die längere Endung haben.

Deklination von Auftrag

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.

Auftrag: Formen in den vier Fällen Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; in festen Wendungen oder je nach Textstil bleibt sie möglich.
FallSingularPlural
Nominativder Auftragdie Aufträge
Genitivdes Auftrages / des Auftragsder Aufträge
Dativdem Auftrag / dem Auftrageden Aufträgen
Akkusativden Auftragdie Aufträge

Bei „jemandem einen Auftrag erteilen“ steht die empfangende Person im Dativ und der Auftrag im Akkusativ. „Ein Auftrag an den Betrieb“ enthält nach an den Akkusativ. Die Wendung „im Auftrag der Gruppe“ enthält eine Genitivergänzung.

Auftrag und beauftragen

Das Nomen wird großgeschrieben. Zusammensetzungen wie Arbeitsauftrag und Farbauftrag werden zusammengeschrieben. Das Verb auftragen gehört zur selben Wortfamilie.

Ergebnis und Bedingungen nennen

Ein verständlicher Arbeitsauftrag benennt die Tätigkeit und den Gegenstand: vergleichen, begründen oder ordnen ist genauer als „bearbeiten“. Eine Aufstellung kann das gewünschte Arbeitsergebnis sein, ist aber selbst noch kein Auftrag. Weitere Wortformen stehen im Substantivwörterbuch.