Banditin

Banditin ist die weibliche Bezeichnung für einen Banditen, also eine Verbrecherin oder insbesondere Räuberin. In einer Erzählung muss erkennbar bleiben, ob das Wort eine beschriebene Handlung, eine Rollenbezeichnung oder die Beschuldigung durch andere wiedergibt.

Eine Frau als Verbrecherin oder Räuberin bezeichnen

Banditin ist die weibliche Personenbezeichnung zu Bandit. Sie stellt die bezeichnete Frau in einen Zusammenhang mit verbrecherischem Handeln, besonders mit Raub. Damit ist mehr gesagt als bloß, dass die Person Regeln missachtet oder anderen unsympathisch ist.

In einem Abenteuerroman kann das Wort eine Rolle innerhalb der Handlung kennzeichnen. Ob die Figur tatsächlich Überfälle verübt, nur verdächtigt wird oder von einer gegnerischen Figur so genannt wird, muss trotzdem am Text geprüft werden. Die Erzählweise kann den anfänglichen Eindruck später verändern.

Auch Heldin und Banditin schließen sich nicht notwendig aus, wenn Heldin die Hauptfigur einer Geschichte meint. Eine Hauptfigur kann problematische Handlungen begehen. Das bedeutet nicht, dass der Text oder die Analyse diese Handlungen automatisch gutheißt.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
Räuberineine Figur begeht ÜberfälleEngere Bezeichnung der Handlung; nicht für jedes Verbrechen passend.
Verbrecherinallgemeine TäterbezeichnungBreiter und nicht auf die typische Räuberrolle beschränkt.
KriminelleBezug auf strafbares HandelnAllgemeiner; als substantiviertes Adjektiv anders zu beugen.
Schurkinnegative Rolle in einer GeschichteMoralisch und erzählerisch gefärbt; muss keine konkrete Straftat benennen.

Eigene Beispiele: eine räuberische Handlung

Ausgangssatz: In der erfundenen Szene versperrt eine Banditin dem Boten den Weg und fordert seine Geldtasche.

Alternative: In der erfundenen Szene versperrt eine Räuberin dem Boten den Weg und fordert seine Geldtasche.

Die eigene Alternative ist durch die beschriebene Handlung begründet. Sie fügt keine Aussage über eine größere Organisation hinzu. Ob die Figur allein handelt oder Hilfe hat, bleibt zunächst offen.

Eigene Beispiele: die Perspektive ändern

Ausgangssatz: Die Reisenden halten Mira für eine Banditin, weil der Wirt sie davor gewarnt hat.

Alternative: Die Reisenden halten Mira aufgrund der Warnung des Wirts für eine Verbrecherin.

Beide Sätze geben eine Annahme der Reisenden wieder. „Mira ist eine Verbrecherin“ würde diese Distanz aufgeben. Für eine genaue Inhaltsdarstellung muss der Unterschied zwischen Vermutung und bestätigtem Geschehen erhalten bleiben.

Die Banditin, die Banditinnen

Banditin ist ein feminines Substantiv. Im Singular verändert sich das Nomen in den vier Fällen nicht. Die Mehrzahl erhält die Endung -nen: Banditinnen.

FallSingularPlural
Nominativdie Banditindie Banditinnen
Genitivder Banditinder Banditinnen
Dativder Banditinden Banditinnen
Akkusativdie Banditindie Banditinnen

Vergleiche mit einer Banditin und mit einer Kriminellen. Kriminelle ist ein substantiviertes Adjektiv und folgt einem anderen Beugungsmuster. Beim Ersetzen muss deshalb nicht nur die Bedeutung, sondern auch die Endung geprüft werden.

Banditin mit t, Banditinnen mit nn

Die Endung -in tritt an Bandit. Das t bleibt in allen Formen erhalten. Im Plural stehen zwei n: Banditinnen. Die Schreibweise Banditinen mit nur einem n in dieser Endung ist nicht korrekt. Als Personenbezeichnung wird das Wort großgeschrieben.

Eine Figur nicht auf ein Etikett reduzieren

Eine ausführliche Charakterisierung kann über die Rollenbezeichnung hinausgehen. Beschreibe, welche Entscheidungen die Figur trifft, wie sie mit anderen umgeht und ob sich ihre Haltung verändert. Ein einzelnes Nomen ersetzt diese Beobachtungen nicht.

Ein eigener Analysesatz könnte lauten: „Die zunächst als Banditin eingeführte Figur verzichtet in der Szene auf den Überfall, nachdem sie die Lage des Boten erkannt hat.“ Dieser Satz benennt eine konkrete Entwicklung. Er beweist noch keine dauerhafte Läuterung; dafür wäre der weitere Verlauf wichtig. Weitere Formen stehen im Substantivwörterbuch.