Bengel

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Bengel
Artikel
der Bengel
Plural
die Bengel
Genitiv
des Bengels

Formen und Verwendung im Detail

Bengel: Umgangssprachliche, tadelnde oder liebevoll-neckende Bezeichnung für einen als frech empfundenen Jungen.

Zwischen Vorwurf und liebevollem Schimpfwort

Bengel ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Jungen, dem jemand Frechheit oder ungehöriges Verhalten zuschreibt. Der Ausdruck kann ärgerlich gemeint sein, aber auch liebevoll-neckend. Ob Sympathie oder Ablehnung überwiegt, zeigen Ton, Situation und die Beziehung zwischen den Personen.

Anders als Junge ist Bengel nicht einfach eine sachliche Altersbezeichnung. Wer das Wort benutzt, nimmt eine Haltung ein. Ein Erzähler kann damit eine Figur bewerten; in einer direkten Rede kann es zeigen, wie eine andere Figur zu dem Jungen steht. Die Bewertung ist nicht automatisch die Sicht des gesamten Textes.

Ein Schimpfwort beweist keine Charaktereigenschaft. Wenn eine Figur einen Jungen Bengel nennt, erfahren wir zunächst etwas über diese Äußerung. Ob der Junge tatsächlich rücksichtslos oder nur verspielt ist, muss sein Verhalten zeigen.

Synonyme: Welche Alternative passt?

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AlternativePassender ZusammenhangUnterschied
Jungeneutrale PersonenbezeichnungLässt den Vorwurf und das mögliche liebevolle Necken weg.
Lausbubfrecher Junge mit StreichenKann stärker nach harmlosen Streichen und Zuneigung klingen.
frecher Kerltadelnde PersonenbeschreibungDeutlicher wertend; Kerl ist nicht auf Kinder begrenzt.
Schelmspielerisch listige PersonKann freundlicher und literarischer klingen; nicht nur für Jungen verwendbar.

Zwei eigene Satzvergleiche

Eigener Beispielsatz: „Die Tante lacht: Du kleiner Bengel hast die Schleife versteckt!“

Zum Vergleich: „Die Tante lacht: Du kleiner Lausbub hast die Schleife versteckt!“

Das Lachen und der begrenzte Streich unterstützen hier eine neckende Lesart. Die zweite Bezeichnung betont diesen Ton. Ohne das Lachen könnte derselbe Wortlaut deutlich ärgerlicher wirken.

Eigener Beispielsatz: „Der Mann schimpft über den Bengel vor seiner Tür.“

Zum Vergleich: „Der Mann spricht über den Jungen vor seiner Tür.“

Die zweite Fassung ist keine bedeutungsgleiche Zusammenfassung: Sie entfernt sowohl das Schimpfen als auch die abwertende Bezeichnung. In einer Analyse würde dadurch die Haltung des Mannes verloren gehen.

Die Sprecherhaltung erklären

Erfundene Beispielsituation: Ein Junge bringt ein verlorenes Paket zurück. Der Empfänger nennt ihn trotzdem Bengel, weil er ihm zunächst nicht glaubt. Eine Charakterisierung des Empfängers kann die vorschnelle Bezeichnung untersuchen. Sie sollte den Jungen nicht allein aufgrund dieses Wortes als frech darstellen. Das tatsächlich beobachtete Zurückbringen des Pakets und die Bewertung durch den Empfänger sind unterschiedliche Informationen.

Der Bengel, die Bengel

Bengel ist maskulin. Der Plural sieht im Nominativ genauso aus wie der Singular. Erst Artikel, Verbform oder Zusammenhang machen die Anzahl deutlich. Der Dativ Plural erhält ein n.

Deklination mit bestimmtem Artikel
FallSingularPlural
Nominativder Bengeldie Bengel
Genitivdes Bengelsder Bengel
Dativdem Bengelden Bengeln
Akkusativden Bengeldie Bengel

Als Substantiv wird Bengel großgeschrieben. Das zugehörige Adjektiv im Beispielsatz bleibt klein: „ein frecher Bengel“. Weitere Personen- und Sachbezeichnungen stehen im Substantivwörterbuch.