Besitz

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Besitz
Worttrennung
Be·sitz
Artikel
der Besitz
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Besitzes
Plural
Besitze; selten

Besitz ist männlich: der Besitz. Der Genitiv lautet des Besitzes. In den hier erklärten allgemeinen Bedeutungen ist kein üblicher Plural nötig. Einzelne Sachen lassen sich als Besitztümer benennen; das ist eine verwandte Wortbildung, nicht die gewöhnliche Pluralform von Besitz.

Formen und Verwendung im Detail

Besitz: Das Verfügen über eine Sache oder die Gesamtheit dessen, was jemand hat; je nach Zusammenhang von Eigentum zu unterscheiden.

Was bedeutet Besitz?

Besitz kann die Dinge bezeichnen, über die jemand verfügt, oder das Verhältnis des Habens selbst. In „Sie verlor ihren gesamten Besitz“ steht die Gesamtheit der Sachen im Vordergrund. In „Das Gerät ist in seinem Besitz“ geht es darum, wer es bei sich hat beziehungsweise darüber verfügt.

Alltagssprachlich werden Besitz und Eigentum häufig ähnlich verwendet. In genaueren Zusammenhängen ist die Unterscheidung jedoch wichtig: Ein ausgeliehenes Buch kann sich bei der lesenden Person befinden, ohne ihr zu gehören. Etwas haben und Eigentümer davon sein sind nicht dasselbe.

Im deutschen Zivilrecht knüpft der Besitz an die tatsächliche Herrschaft über eine Sache an. Für eine sprachliche Erklärung ist vor allem wichtig, nicht aus „in ihrem Besitz“ automatisch „ihr Eigentum“ zu machen. Welche rechtliche Stellung jemand im Einzelfall hat, lässt sich nicht aus einem einzelnen Satz ableiten.

Synonyme: Welche Alternative passt?

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AlternativePassender ZusammenhangUnterschied
HabeDie persönlichen Sachen einer Person.Passt als Sammelbezeichnung, klingt aber gehobener oder älter.
VermögenMaterielle und finanzielle Werte.Richtet den Blick stärker auf wirtschaftliche Werte und ist nicht mit jeder einzelnen Sache gleichzusetzen.
EigentumDie Zuordnung dessen, was jemandem gehört.Nur austauschen, wenn diese Zuordnung tatsächlich gemeint ist; bloßes Verfügen genügt nicht.
BestandEine vorhandene Menge von Sachen.Betont Umfang und Zusammensetzung, nicht notwendig die persönliche Zuordnung.

Zwei eigene Satzvergleiche

Eigener Beispielsatz: „In den beiden Kisten befand sich ihr gesamter Besitz.“

Zum Vergleich: „In den beiden Kisten befand sich ihre gesamte Habe.“

Habe ist in dieser persönlichen Sammelbedeutung eine nahe Alternative. Sie wirkt eher erzählerisch oder gehoben. Der Satz sagt nicht, welchen Geldwert die Gegenstände haben; „ihr Vermögen“ würde diesen Gesichtspunkt stärker aufrufen.

Eigener Beispielsatz: „Der geliehene Fotoapparat ist zurzeit in Maliks Besitz.“

Zum Vergleich: „Der Fotoapparat ist Maliks Eigentum.“

Der zweite Satz ist keine bedeutungsgleiche Umformulierung. Er behauptet eine andere Zuordnung und verliert die Leihsituation. Eine treue Alternative wäre: „Malik hat den geliehenen Fotoapparat zurzeit bei sich.“

Wendungen richtig verstehen

In Besitz nehmen beschreibt das Erlangen oder Beanspruchen von etwas. Übertragen kann ein Gefühl von jemandem Besitz ergreifen; dann wird eine starke innere Wirkung bildlich als Herrschaft dargestellt. Daraus folgt keine tatsächliche Eigentumsbeziehung.

Auch besitzergreifend ist im zwischenmenschlichen Gebrauch übertragen. Es beschreibt ein starkes Beanspruchen anderer Menschen und sollte an konkretem Verhalten erklärt werden. Menschen werden dadurch nicht zu Besitzgegenständen.

Schreibung und Deklination

Besitz ist männlich: der Besitz. Der Genitiv lautet des Besitzes. In den hier erklärten allgemeinen Bedeutungen ist kein üblicher Plural nötig. Einzelne Sachen lassen sich als Besitztümer benennen; das ist eine verwandte Wortbildung, nicht die gewöhnliche Pluralform von Besitz.

Deklination von BesitzDie vier Fälle
Besitz steht gewöhnlich im Singular; Besitze ist ein seltener Plural. Besitztümer ist ein verwandtes Wort und nicht seine gewöhnliche Beugung.
FallSingularPlural
Nominativder Besitzdie Besitze
Genitivdes Besitzesder Besitze
Dativdem Besitz / dem Besitzeden Besitzen
Akkusativden Besitzdie Besitze

Nach in richtet sich der Fall nach der Konstruktion: im Besitz sein, aber in seinen Besitz gelangen. Das Verb lautet besitzen.