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Ignorantin

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Ignorantin
Worttrennung
Igno·ran·tin
Artikel
die
Geschlecht
feminin
Genitiv
der Ignorantin
Plural
Ignorantinnen

Abwertende Personenbezeichnung; männlich: der Ignorant, des Ignoranten, die Ignoranten.

Worttrennung der männlichen Form: Igno·rant.

Formen und Verwendung im Detail

Ignorantin: Ignorantin ist eine bildungssprachlich abwertende Bezeichnung für eine Frau, deren Unwissenheit als tadelnswert beurteilt wird.

Bedeutung und Zusammenhang

Eine Ignorantin wird nicht bloß als unwissend beschrieben. Das Wort enthält den Vorwurf, ihre Unwissenheit sei unangebracht oder vorwerfbar. Es kann besonders verletzend wirken, weil eine ganze Person über ihren vermeintlichen Wissensmangel bewertet wird. Die männliche Entsprechung lautet Ignorant.

Ein Mensch, der eine einzelne Information nicht kennt, ist deshalb noch keine Ignorantin oder kein Ignorant. Wissen hängt auch von Erfahrung, Zugang und dem jeweiligen Fachgebiet ab. Wer das abwertende Wort gebraucht, sollte nicht so tun, als liefere es einen sachlichen Nachweis für die Fähigkeiten der bezeichneten Person.

Synonyme im Gebrauch

Unwissende benennt einen fehlenden Wissensstand neutraler, kann als Personenetikett aber ebenfalls abwertend wirken. Ahnungslose betont fehlende Kenntnis einer konkreten Sache. Banausin kritisiert besonders mangelndes Verständnis für kulturelle oder künstlerische Werte.

Das Adjektiv ignorant beschreibt eine Haltung oder ein Verhalten. Es ist eine andere Wortart und kein Nomen mit denselben Endungen. Jemanden ignorieren heißt wiederum, ihn absichtlich nicht zu beachten. Unwissenheit und Nichtbeachtung sind verwandt klingende, aber unterschiedliche Aussagen.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Er beschimpfte die Besucherin als Ignorantin.“
„Er stellte fest, dass die Besucherin den Fachausdruck nicht kannte.“

Der erste Satz berichtet eine herabsetzende Bewertung. Der zweite nennt einen begrenzten Wissensmangel. Aus der Unkenntnis eines Fachworts folgt keine umfassende Aussage über die Person.

Vergleiche: „Die Kritikerin nannte ihn einen Ignoranten.“
„Die Kritikerin sagte, er habe ihren Einwand ignoriert.“

Im ersten Satz geht es um den abwertenden Vorwurf von Unwissenheit. Im zweiten um das Übergehen eines Einwands. Jemand kann einen Einwand kennen und ihn trotzdem absichtlich nicht beachten.

Verwendung und Satzbau

Die weibliche Form heißt die Ignorantin, der Ignorantin und die Ignorantinnen. Die männliche Form wird schwach gebeugt: der Ignorant, des Ignoranten, den Ignoranten. Der Unterschied der Endungen bezeichnet keine unterschiedliche Qualität des Wissens.

In einer Textanalyse sollte die Abwertung dem Sprecher zugeordnet werden: „Die Figur bezeichnet ihre Gesprächspartnerin als Ignorantin.“ Danach lässt sich prüfen, ob der Text das Urteil bestätigt oder die Überheblichkeit des Sprechers sichtbar macht.

Für eine sachliche Rückmeldung ist eine genaue Erklärung hilfreicher: Welche Information fehlt, welche Annahme ist falsch, und wie lässt sich der Zusammenhang verstehen? Solche Angaben ermöglichen Lernen, statt eine Person mit einem Schimpfwort festzulegen.

Die Personenbezeichnung wird großgeschrieben. Davon zu unterscheiden ist das Adjektiv ignorant, etwa in eine ignorante Bemerkung. Die gleiche Wortfamilie erklärt nicht automatisch jede Absicht oder jedes Nichtbeachten.

Grammatik und Wortformen

Abwertende Personenbezeichnung; männlich: der Ignorant, des Ignoranten, die Ignoranten. Worttrennung der männlichen Form: Igno·rant.

Deklination von IgnorantinDie vier Fälle
Ignorantin: Formen in den vier Fällen
FallSingularPlural
Nominativdie Ignorantindie Ignorantinnen
Genitivder Ignorantinder Ignorantinnen
Dativder Ignorantinden Ignorantinnen
Akkusativdie Ignorantindie Ignorantinnen