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Justifikation

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Justifikation
Worttrennung
Jus·ti·fi·ka·ti·on
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Justifikation
Plural
die Justifikationen

Gebrauch: Bildungssprachlich: Rechtfertigung; selten: Anerkennung oder Genehmigung nach Prüfung.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Justifikation bezeichnet bildungssprachlich eine Rechtfertigung. In einem seltenen weiteren Gebrauch meint das Wort die Anerkennung oder Genehmigung einer Sache nach ihrer Prüfung, etwa einer Rechnung. Die beiden Verwendungen unterscheiden sich durch ihren Zusammenhang.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine Handlung oder Auffassung rechtfertigen

Eine Justifikation soll zeigen, warum etwas als berechtigt, vertretbar oder richtig gelten kann. Dabei kann es um eine Entscheidung, eine Überzeugung oder eine Vorgehensweise gehen. Das Wort wirkt fachlich oder bildungssprachlich.

Eine bloße Erklärung ist nicht immer schon eine Rechtfertigung. Wer erklärt, wie eine Entscheidung zustande kam, nennt ihre Entstehung. Wer sie rechtfertigt, führt Gründe dafür an, warum sie auch vertretbar sei. Ob diese Gründe überzeugen, bleibt eine weitere Frage.

„Der Aufsatz prüft, ob die genannten Gründe eine überzeugende Justifikation der Entscheidung ergeben.“

Die Gründe werden bewertet. Der Satz setzt nicht voraus, dass die Entscheidung durch ihre bloße Begründung bereits gerechtfertigt ist.

Das zugehörige Verb lautet justifizieren: Eine Entscheidung wird justifiziert, indem Gründe für ihre Berechtigung angeführt werden.

Bedeutung 2: Nach einer Prüfung anerkennen oder genehmigen

Selten bezeichnet Justifikation außerdem eine Anerkennung oder Genehmigung nach erfolgter Prüfung. Im Zusammenhang mit Rechnungen geht es darum, ihre Richtigkeit nach einer Kontrolle anzuerkennen. Diese Bedeutung gehört zu einem anderen Gebrauch als die allgemeine Rechtfertigung einer Handlung.

Für heutige Leser ist eine direkte Umschreibung oft verständlicher. Ob von Prüfung, Anerkennung oder Genehmigung zu sprechen ist, hängt vom beschriebenen Vorgang ab. Das Wort allein sagt nicht, wer dafür zuständig ist oder welche rechtlichen Folgen entstehen.

„Die Justifikation der Rechnung erfolgte erst, nachdem die fehlenden Belege geprüft worden waren.“

Der Rechnungs- und Prüfzusammenhang zeigt den seltenen Gebrauch. Der Satz beschreibt eine anschließende Anerkennung, nicht eine Verteidigung des persönlichen Verhaltens.

Justifikation: Synonyme und andere Wörter

Gründe für die Berechtigung nennen

Rechtfertigung · begründende Darlegung

Rechtfertigung ist im allgemeinen Gebrauch die verständlichste Entsprechung. Begründung kann weiter sein: Eine Erklärung für eine Entscheidung muss deren Berechtigung noch nicht nachweisen.

„Die Justifikation überzeugt nicht“ → „Die Rechtfertigung überzeugt nicht.“ Die kritische Bewertung der angeführten Gründe bleibt erhalten.

Eine geprüfte Sache anerkennen

Anerkennung nach Prüfung · Genehmigung nach Prüfung

Diese Umschreibungen passen zum seltenen zweiten Gebrauch. Prüfung allein bezeichnet nur einen Teil des Vorgangs; sie sagt noch nichts über dessen Ergebnis.

„Die Justifikation der Rechnung“ lässt sich im passenden historischen Zusammenhang als „die Anerkennung der geprüften Rechnung“ erläutern. Welche Prüfung genau stattfand, muss die Quelle selbst zeigen.

Beispiele und Verwendung

„Die Autorin unterscheidet zwischen einer Erklärung des Verhaltens und seiner Justifikation.“

Der Satz trennt Entstehungsgründe von Gründen für die Berechtigung. Damit lässt sich eine Argumentation genauer untersuchen.

„Mehrere Justifikationen wurden vorgetragen, aber keine beantwortete den zentralen Einwand.“

Der Plural bezeichnet hier verschiedene Rechtfertigungen. Ihre Anzahl ist kein Beweis für ihre Überzeugungskraft.

„Der Kommentar übersetzt die alte Bezeichnung Justifikation der Rechnung mit Anerkennung nach Prüfung.“

Die Erläuterung ist an den konkreten Rechnungszusammenhang gebunden. Für die Rechtfertigung einer Meinung wäre sie unpassend.

Grammatik und Beugung

Es heißt die Justifikation. Das Substantiv ist feminin. Der Genitiv Singular lautet der Justifikation, der Plural die Justifikationen. Die Worttrennung lautet Jus·ti·fi·ka·ti·on.

Das Wort kann einen Vorgang oder eine einzelne Rechtfertigung benennen. Entsprechend kann es allgemein im Singular oder bei mehreren einzelnen Rechtfertigungen im Plural stehen. Der konkrete Satz entscheidet, welcher Bezug gemeint ist.

Die Wendung Justifikation einer Entscheidung enthält einen Genitiv, der das Bezugswort nennt. Eine einfachere Formulierung ist oft Rechtfertigung der Entscheidung. Der stilistische Wechsel ändert nicht automatisch die sachliche Bewertung.

Justifikation: Beugung nach Fällen
FallSingularPlural
Nominativdie Justifikationdie Justifikationen
Genitivder Justifikationder Justifikationen
Dativder Justifikationden Justifikationen
Akkusativdie Justifikationdie Justifikationen